Um zu testen, ob pflanzenfressende Insekten die Artenvielfalt beeinflussen, pflanzten Paul Fine von der Universität von Utah und seine Kollegen zwanzig unterschiedliche Baumarten in zwei verschiedene Bodentypen: nährstoffreichen roten Lehmboden und trockenen weißen Sandboden. Dabei wurden Bäume, die normalerweise auf Lehmboden wachsen, in den Sand gesetzt und umgekehrt. Die Hälfte der Testbäume wurde mit Nylonnetzen bedeckt und so vor Insekten wie Raupen, Zikaden, Heuschrecken, Blattläusen und Käfern geschützt.
Das Ergebnis nach drei Jahren verblüffte die Forscher: Bäume, die sonst nur auf dem schweren Lehmboden wachsen, gediehen auf dem Sandboden prächtig ? jedoch nur dann, wenn Insekten keinen Zutritt zu ihnen hatten. Dann wuchsen sie sogar schneller als die Arten, die in freier Natur den Sandboden bevorzugen. Ohne das Netz hatten die lehmgewohnten Bäume jedoch keine Chance und von ihnen starben doppelt so viele wie die Sandbodenarten. Die Bäume, die von Sand in den Lehm verpflanzt worden waren, wuchsen insgesamt langsamer. Dabei machte es keinen Unterschied, ob sie durch das Netz geschützt waren oder nicht.
Die Forscher erklären sich den Unterschied mit der Anpassung der Bäume an ihre unterschiedlichen Lebensräume: Die im Sand lebenden Arten wachsen langsam und sind dadurch stärker gefährdet, von Insekten angefallen zu werden. Daher stecken sie viel Energie in die Abwehr. Im Lehmboden sind dagegen sehr viele Nährstoffe und die daran angepassten Bäume wachsen so schnell, dass die Insektenangriffe nicht viel ausmachen. Ihnen fehlen daher Abwehrmechanismen. Ohne die Insekten würden die Lehmbodenbäume daher auf beiden Böden überwiegen, während die Sandbodenbäume langsam, aber sicher verschwinden würden.





