Über geschickte Algorithmen in ihrer Software berechneten sie die Liganden ? die chemisch aktiven Molekülgruppen, die für das Andocken verantwortlich zeichnen ? an einem “periplasmischen Bindungsprotein” der E.coli-Bakterien. An einem virtuellen Molekül durchspielten sie die notwendigen Mutationen von 12 bis 18 Aminosäuren, um statt den natürlichen Reaktionspartner die Moleküle des Botenstoffs Serotonin, von Trinitrotuluol (TNT) oder von einem Milchzucker andocken zu können.
Aus den Berechnungen bekommen Molekularbiologen nun hilfreiche Hinweise, welchen Weg sie im Labor einschlagen müssen, um die gewünschten Proteinänderungen zu erhalten. Tatsächlich konnten die Duke-Forscher ihre Rechenergebnisse auch schon teilweise im Labor erfolgreich umsetzen. Je ausgefeilter diese Rechenprogramme und die dazu notwendigen Datenbanken über das chemische Verhalten der Moleküle in Zukunft werden, desto leichter wird es sein, sich den Syntheseweg von einem Computer vorschlagen zu lassen. So könnten aktive Substanzen auf Biosensoren oder sogar neue Wirkstoffe in der Medizin schneller und gezielter entdeckt und entwickelt werden.





