In 20 Jahren werden nach Erwartung des Mediziners Elmar Keck doppelt so viele Deutsche an Knochenkrankheiten leiden wie heute. Grund sei die Überalterung der Gesellschaft, sagte der Präsident der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Osteologie (DGO) am Mittwoch in Wiesbaden. Auf dem Fachkongress wollen von Donnerstag an mehrere Hundert Mediziner aus 26 Fachrichtungen vier Tage lang über den neuen Forschungsstand bei Knochenkrankheiten, Diagnose und Behandlung diskutieren.
Die Altersbeschwerden Arthrose und Osteoporose rangierten auf der Liste der Knochenkrankheiten ganz oben, sagte Keck. Schätzungsweise 15 Millionen Deutsche litten an diesen Krankheiten, bei denen sich das Knochengewebe allmählich auflöse. Allein die Behandlungskosten für die Arthrose und deren Folgekrankheiten – Knochenbrüche etwa – summierten sich Jahr für Jahr auf ungefähr acht Milliarden Mark.
Enorm hoch sei die Zahl der Fehldiagnosen, sagte Keck. “Bei 54 Prozent der Patienten, die zu mir kommen, stellt sich schließlich heraus, dass sie nicht an Osteoporose leiden.” Trotz der Vielzahl unterschiedlicher Testverfahren sei eine direkte Diagnose nicht möglich. dpa sts ha sam yyhe hu 041718 Apr 01
dpa





