Aus patienteneigenen Krebszellen hergestellte Impfstoffe können die Überlebenszeit von Hautkrebspatienten verlängern. Die Impfung erwies sich insbesondere bei Patienten mit dem so genannten malignen Melanom als wirksam gegen Lungenmetastasen. Das berichtete David Berd von der Thomas Jefferson University in Philadelphia auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in San Francisco.
Der Impfstoff besteht aus Melanom-Tumorzellen des Patienten, die inaktiviert und mit Dinitrophenyl chemisch verändert wurden. Durch die chemische Modifikation wird die Immunogenität der Tumorzellen erhöht, das heißt das Immunsystem erkennt sie dadurch als fremd. Die Impfung stimuliert das Abwehrsystem, so dass die Abwehrzellen die Tochtergeschwülste, Metastasen, in anderen Organen erkennen und zerstören kann.
An der noch andauernden Studie nahmen 37 Melanompatienten teil, bei denen sich bereits Metastasen gebildet hatten. In 20 Fällen waren auch die Lungen befallen. Alle Patienten wurden nach chirurgischer Entfernung des Hauttumors geimpft. Ohne Impfung überleben im Durchschnitt nur 10 bis 20 Prozent länger als fünf Jahre. Von den geimpften Patienten leben nach drei Jahren noch 59 Prozent. “Unerwarteterweise zeigen die Patienten mit Lungenmetastasen bisher ein besseres Ergebnis als die mit anderen Metastasen”, sagt Berd.
Eine weitere, auf fünf Jahre angelegte Studie mit 400 Patienten soll zeigen, ob die Melanomimpfung wirksamer ist als die Standardbehandlung mit alpha-Interferon.
Joachim Czichos





