Eine neuentwickelte Impfung gegen Papillomaviren schützt Frauen vor Gebärmutterhalskrebs. Das ist das Fazit einer klinischen Studie, die ein internationales Forscherteam mit mehr als 1.000 Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren durchgeführt hat. Dabei verhinderte eine dreifache Impfung zuverlässig sowohl akute als auch chronische Infektionen mit dem Virus über den gesamten Studienzeitraum von drei Jahren. Bei keiner der geimpften Frauen traten bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut auf. Das berichten Diane Harper von der Medizinischen Hochschule von Dartmouth in Hanover und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift Lancet (Bd. 364, S. 1757).
Jedes Jahr erkranken etwa 470.000 Frauen weltweit an Gebärmutterhalskrebs, 230.000 Patientinnen sterben jährlich. Schon länger gelten humane Papillomaviren (HPV), die unter anderem auch Warzen verursachen, als Risikofaktor für das Entstehen dieser Krebsart. Neuere Studien deuten sogar darauf hin, dass jeder Fall von Gebärmutterhalskrebs durch die Viren ausgelöst wird. Der größte Teil der Krebserkrankungen geht dabei auf die Virentypen HPV 16 und HPV 18 zurück.
Die von Harper und ihren Kollegen entwickelte Impfstrategie immunisiert den Körper genau gegen diese beiden Varianten. Jede Probandin erhielt während der Studie eine Impfung und zwei Folgeimpfungen im Abstand von einem und sechs Monaten. Anschließend wurde die Reaktion des Immunsystems bestimmt und die Patientinnen in regelmäßigen Abständen drei Jahre lang auf eine HPV-Infektion getestet. Dabei wurden nur sehr wenige Fälle einer akuten und kein einziger Fall einer chronischen Infektion entdeckt. Bei keiner einzigen der Frauen brach im untersuchten Zeitraum Gebärmutterhalskrebs aus.
Die Forscher wollen diese Ergebnisse nun in größeren Studien bestätigen. Sollte das gelingen, schätzen sie, dass mit einer flächendeckenden Impfstrategie bis zu 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs weltweit verhindert werden könnten.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





