Um einen Malaria-Impfstoff zu entwickeln, haben Forscher des Fundacion Instituto de Immunologica de Colombia in Bogota ein so genanntes zyklisches Peptid, ein aus Aminosäuren gebildetes, ringförmiges Molekül, synthetisiert. Wie das Fachblatt Angewandte Chemie International Edition berichtet, löst das Peptid bei Affen die Bildung von Antikörpern aus, die an ein Oberflächenprotein von Malaria-Erregern binden.
Die Forscher um Manuel Patarroyo stellten zunächst ein Peptid her, dessen Aminosäuresequenz einem Abschnitt des Oberflächenproteins MSP-1 von Plasmodium falciparum ähnelt. P. falciparum ist der Erreger der besonders gefährlichen Malaria tropica. MSP-1 ermöglicht den Parasiten, an rote Blutkörperchen zu binden. Das ist die Voraussetzung für das Eindringen und die Vermehrung der Erreger.
Durch Verbindung der Enden ihrer Peptidkette synthetisierten die Forscher dann ein ringförmiges Molekül, das zwei Vorteile aufweist: Zum einen stabilisiert sich so seine räumliche Struktur. Zum anderen wird es weniger leicht im Körper abgebaut. Beides verstärkt die immunogene Wirkung.
Mit dem ringförmigen Peptid geimpfte Affen bildeten tatsächlich Antikörper, die sich an MSP-1-Proteine von P. falciparum anlagerten. In weiteren Versuchen muss nun überprüft werden, ob diese Immunantwort einen ausreichenden Schutz vor einer Malaria-Infektion bietet. Erst danach kann mit Versuchen an Menschen begonnen werden.
An der Tropenkrankheit Malaria sterben jährlich zwei bis drei Millionen Menschen. Die von der Anopheles-Mücke übertragenen Parasiten der Gattung Plasmodium werden zunehmend resistent gegen die verfügbaren Medikamente. Das wirksamste Mittel im Kampf gegen die Krankheit wäre ein Impfstoff für die Menschen in den betroffenen Regionen. Eine Malaria-Impfung gibt es noch nicht.
Joachim Czichos





