Dass Seehunde ihre Beute noch in einer Entfernung von 100 Metern aufspüren können, liegt ausschließlich an ihren Barthaaren. Das hat Henry bewiesen. Henry ist ein sechs Jahre alter Seehund, mit dessen Hilfe ein Team um Wolf Hanke von der Universität Rostock den Orientierungssinn der Robben erforscht hat.
Die Wissenschaftler hatten das Tier zunächst an eine Augenbinde und einen Gehörschutz gewöhnt. Sie wollten damit sicherstellen, dass Henry Bewegungen im Wasser nur mit seinen Barthaaren wahrnahm. Nach diesem Training brachten sie dem Seehund bei, mit einer Kopfbewegung anzuzeigen, in welche Richtung sich ein künstlicher Fisch bewegte, den die Forscher durchs Wasser zogen. Nachdem Henry dies gelernt hatte, musste er bei weiteren Experimenten an einer bestimmten Stelle warten, dann zogen die Forscher den Kunstfisch kurz durchs Wasser, und fünf Sekunden später durfte Henry losschwimmen. In 90 Prozent der Fälle bewegte er sich in die richtige Richtung. Dann wurde die Zeitspanne kontinuierlich erhöht. Ergebnis: Bei einer Verzögerung von 35 Sekunden konnte Henry noch zu immerhin 70 Prozent die Spur der vermeintlichen Beute verfolgen.





