Drei verschiedene Forschergruppen widerlegen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins “Nature” die These, dass das Aids-Virus durch einen Impfstoff gegen die Kinderlähmung (Polio) auf den Menschen übertragen worden ist.
In seinem Buch “Der Fluss: Eine Reise zurück zu den Quellen von HIV und Aids” hatte der Journalist Edward Hopper 1999 behauptet, dass bei der Herstellung des Polioimpfstoffs Schimpansen-Zellkulturen verwendet worden seien. Durch diese seien Vorläufer des Aids-Virus HIV-1 in den Impfstoff gelangt und so in den 50er Jahren in Afrika auf den Menschen übertragen worden.
Weder eine Forschergruppe um N. Berry vom National Institute for Biological Standards and Control in England noch Simon Wain-Hobson vom Pasteur Institut in Paris konnten in den betreffenden Impfstoffproben HIV-1-ähnliche Gensequenzen oder Schimpansen-DNS nachweisen.
Durch eine stammesgeschichtliche Untersuchung konnten Edward C. Holmes von der University of Oxford und seine Kollegen außerdem zeigen, dass das HIV-1-Virus vermutlich gar nicht von Primaten auf den Menschen übertragen wurde. Vielmehr stamme der letzte gemeinsame Vorfahre (HIV-1 Gruppe M) von einem menschlichen Wirt.
Marianne Diehl





