Über 250 Millionen potenzielle Krebsmedikamente wollen Forscher der Universität Oxford mit einem virtuellen Supercomputer testen. Die Rechenleistung sollen Heimcomputer liefern, solange sie nicht vollständig ausgelastet sind.
Dazu entwickelten die Firmen “United Devices” und “Intel” Software zur Verwaltung der Datenflut: Sie schickt kleine Datenpakete an registrierte Personalcomputer. Der Rechner wertet die Daten im Hintergrund aus und sendet die Resultate zurück zu einem zentralen Server. So soll der leistungsstärkste Supercomputer der Welt entstehen. Bisherige Großrechner würden für die Bewältigung des gewaltigen Projekts mehrere Jahrzehnte benötigen.
Pakete von jeweils 100 potenziellen Krebsmedikamenten werden dem Benutzer über das Internet zugesandt. Dazu erhalten die am Projekt Beteiligten ein Modell eines Eiweiß, dass an der Entstehung von Krebs beteiligt sein kann. Das von den Oxforder Forschern entwickelte Programm THINK errechnet die dreidimensionale Struktur des Krebsmedikaments und bestimmt, ob es das Eiweiß blockieren könnte.
“So kann jeder mit seiner unbenutzten Rechenleistung den Kampf gegen Krebs unterstützen”, sagt Forschungsleiter Graham Richards. Zunächst verschicken die Forscher Moleküle, die den Blutfluss stimulierende Enzyme blockieren könnten oder Eiweiße angreifen, die das Wachstum und die Reparatur von Zellen bewirken. Das Projekt soll jedoch ständig mit der Anzahl der Teilnehmer wachsen.
Um sich am Projekt zu beteiligen, können Sie sich die Daten bei Intel oder bei United Devices holen.
Marcel Falk





