Gell-Mann und Ruhlen analysierten nun den Satzbau und die historische Entwicklung von 2135 heute bekannten Sprachen. Dabei stießen sie in vielen Fällen auf einen Wandel des Satzbaus. Und in der Mehrzahl dieser Fälle wanderte das Verb vom Satzende nach vorn, während es anfangs (soweit sie das nachverfolgen konnten) am Satzende stand.
Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass die Art des Satzbaus, also die Sprachmuster sich keinesfalls durch den gegenseitigen Einfluss von benachbarten Volkstämmen veränderten, wie bisher angenommen wurde Denn die Forscher haben auch in sehr verstreuten Sprachfamilien wie dem Dene-Kaukasischen keine Hinweise auf solche “Nachbarschafts-Effekte” gefunden. Stattdessen sei der Satzbau der zu dieser Gruppe gehörenden Sprachen noch heute sehr einheitlich. Das spreche gegen eine so genannte horizontale und für eine vorwiegend vertikale Weitergabe der Sprache von den Eltern an die Kinder. Auch die Theorie der älteren Forschung, wonach die Reihenfolge durch vielfältiges Hin- und Hertauschen von Subjekt, Objekt und Verb nicht mehr nachzuvollziehen wäre, haben Gell-Mann und Ruhlen widerlegt. “Unsere Studie deutet darauf hin, dass keine dieser Vorstellungen korrekt ist.” Sie konnten problemlos in vielen Fällen den gesamten Entwicklungsweg der Wortreihenfolge rekonstruieren. Und da sei es meist nur zu einem einzigen Austausch gekommen: dem Vorrücken des Verbs.





