Delfine gehören zu den wenigen Säugetieren, die in der Lage sind, gehörte Geräusche zu imitieren. Janik fand schon vor einiger Zeit heraus, dass junge Delfine ein eigenes, charakteristisches Pfeifsignal entwickeln. Andere Gruppenmitglieder wiederholen das Signal, um mit dem Tier akustisch in Kontakt zu bleiben. “Sie benutzen es vor allem, wenn sie sich gegenseitig nicht sehen können”, berichtet Janik. “Es ist immer der gleiche Ruf. Viele würden das als Namen bezeichnen.”
Die bekanntesten Delfine, die Großen Tümmler, sind abgesehen vom Menschen die einzigen Lebewesen, die sich gegenseitig individuelle Namen geben. Die Information über die Identität eines Tieres ist dabei unabhängig von dessen Stimmlage, berichten Forscher um Vincent Janik von der University of St. Andrews in Schottland jetzt in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.
Das bedeutet: Andere Delfine erkennen einen Namen nicht nur dann, wenn der Benannte selbst ihn pfeift. Auch wenn das Pfeifen als Playback vom Band kommt und alle Eigenheiten der Stimme entfernt werden, wissen verwandte Tiere, um wen es geht. Das wiesen Janik und seine Kollegen bei 14 Großen Tümmlern aus Florida nach, denen sie die Pfeifnamen verwandter und nicht-verwandter Tiere mit einem Unterwasser-Lautsprecher vorspielten. Dabei hatten sie die Frequenz-Modulation des Signals nicht verändert, aber alle individuellen Stimmenkennzeichen entfernt. Neun der vierzehn Delfine wendeten sich verstärkt dem Lautsprecher zu, wenn das Signal eines engen Verwandten erklang.
Vincent Janik et al.: “Signature whistle shape conveys identity information to bottlenose dolphins”, PNAS Early Edition, DOI: 10.1073/pnas.0509918103 Ute Kehse





