Die Forscher haben im Rahmen ihrer Studie wildlebenden Tüpfel-Hyänen ( Crocuta crocuta) und Streifen-Hyänen ( Hyaena hyaena) Proben der Sekrete ihrer Duftdrüsen entnommen und sie analysiert. Im Fokus standen dabei die Bakteriengesellschaften, die in den Absonderungen leben und die flüchtigen Substanzen, die von den sogenannten Pasten ausgehen.
Die Analysen ergaben: In den Sekreten der beiden Hyänenarten leben unterschiedliche Bakteriengesellschaften. Es handelt sich aber bei beiden um Mikroben, die fermentieren – also bestimmte Substanzen umsetzen und dabei flüchtige Substanzen bilden. Diese Geruchsstoffe unterscheiden sich aber in ihren Mustern der Zusammensetzung. Das bedeutet: Sie riechen anders. Eine Tüpfel-Hyäne kann also klar erkennen: Hier riecht’s nach Streifen-Hyäne und umgekehrt.
Doch auch innerhalb der Arten variieren wiederum die Zusammensetzungen der Bakteriengesellschaften und folglich auch die Duftmarken. Das konnten die Forscher bei der Tüpfel-Hyäne zeigen: Männchen haben andere mikrobielle “Parfümeure” als Weibchen und bei letzteren ändert sich die Zusammensetzung sogar noch abhängig davon, ob sie gerade fruchtbar sind oder nicht. Die Funktion symbiotischer Bakterien bildet also die Grundlage der Geruchskommunikation bei den Hyänen, resümieren die Forscher. Vermutlich sei dies auch bei vielen andern Tierarten der Fall, die über Geruchsstoffe kommunizieren.
Martin Vieweg
Quelle: PNAS, doi: 10.1073/pnas.1306477110
Foto: mit frdl. Genehm. von Kay E. Holekamp





