Etwa 300 000 Menschen in Deutschland leiden an den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Eine Therapie ist sehr schwierig und beschränkt sich oft auf die Linderung der Symptome. Wie komplex die beiden Krankheiten sind, hat jetzt ein Team von Wissenschaftlern um Stefan Schreiber von der Universität Kiel entdeckt: Sie konnten mehrere Hundert Gene identifizieren, die an den Entzündungen beteiligt sind. Die Biologen und Mediziner hatten die Aktivität von über 30 000 Genen in der Darmschleimhaut gesunder und erkrankter Menschen miteinander verglichen. Bei Morbus Crohn hatten 500, bei Colitis ulcerosa 272 Gene eine erhöhte oder verringerte Aktivität. Davon spielten 122 bei beiden Krankheiten eine wichtige Rolle.
Viele der entdeckten Gene sind für eine Störung des Immunsystems verantwortlich. Bei Colitis ulcerosa sind außerdem oft Gene betroffen, die für Zellwachstum und -vermehrung zuständig sind. Dies erklärt laut Schreiber auch, warum als Spätfolge der Krankheit häufig Krebs entsteht. Der Forscher hofft jetzt, mit seinen Erkenntnissen neue Therapieansätze entwickeln zu können.





