Hummeln existieren schon seit etwa 25 Millionen Jahren. Die ersten Vertreter dieser Bienengattung lebten in den Bergen des Himalayas. Von dort aus breiteten sie sich bis nach Sibirien, Alaska und Grönland aus. Lediglich in Afrika südlich der Sahara und in Australien sind die pelzigen Insekten nicht anzutreffen. In Deutschland sind heute etwa 40 Hummelarten heimisch. Als eine der wichtigsten Nahrungsquellen für diese Bienen gelten Lindenblüten.
Fossilien von Bestäubern und Blüten
Analysen von zwischen den Jahren 1991 und 2017 gefundenen Fossilien belegen nun, dass dem auch schon vor Millionen von Jahren so war. Das Forschungsteam um Christian Geier von der Universität Wien hatte insgesamt 149 Pflanzen- und Insektenfossilien untersucht, die aus der Fossil-Lagerstätte Enspel in Rheinland-Pfalz stammen, einem ehemaligen Vulkankratersee. Darunter waren 127 fossile Blüten, Blütenstände und Blütenknospen sowie 22 fossile Hautflügler aus dem späten Oligozän. Das Team suchte mithilfe von UV- und Blaulicht nach anhaftenden Pollen auf den Blüten oder dem Haarkleid der Insekten und entnahm die mikroskopisch kleinen Pollenkörner mit einer sehr feinen Nadel. Anschließend reinigten sie die Pollenkörner und analysierten sie mittels hochauflösender Licht- und Elektronenmikroskopie.
Lindenpollen fanden Geier und seine Kollegen dabei auf vier Blüten und sechs Hummeln. Die Insekten müssen demnach an Lindenblüten genascht haben, ehe sie verendeten, schließt das Team. „Dies ist das weltweit erste Mal, dass eine fossile Blüte und ihre bestäubenden Bienen aus denselben Sedimenten beschrieben und mithilfe von Pollen direkt miteinander verknüpft werden konnten“, erklärt Geier. „Diese Art der Forschung hat großes Potenzial unser Wissen über Bestäuber der Vergangenheit zu beleuchten.“
Zum Beispiel rekonstruierte das Team aus diesen Kombi-Funden, dass die untersuchten Insekten vor 24 Millionen Jahren „seriell monogam“ lebten, genau wie Hummeln und andere Bestäuber aus der heutigen Zeit. „In unserer Studie konnten wir bei den untersuchten Hummeln eine gewisse Blütentreue erkennen. Das heißt, dass sie innerhalb eines Fluges nur eine Art von Pflanze besuchen“, erklärt der Botaniker. „Erkenntnisse wie diese sind wichtig, um das feine Zusammenspiel und die Widerstandsfähigkeit heutiger Ökosysteme besser zu verstehen.“






