Michael R. Rossmann und Stephen C. Harrison wurden am Mittwoch in Frankfurt mit dem Paul-Ehrlich-Preis für ihre Forschungen zur Virushülle ausgezeichnet. Sie suchen dort nach Ansätzen zur Entwicklung neuer Medikamente.
Das genetische Material von Viren ist von einer Hülle umgeben, die aus symmetrisch angeordneten Eiweißbausteinen besteht. Diese dreidimensionale Hülle ist sehr kompliziert gebaut und war dadurch besonders schwer zu entschlüsseln. Die Forscher wählten für ihre Forschungen zunächst pflanzliche Viren, die sie mit Hilfe der Röntgenkristallographie untersuchten. Harrison entschlüsselte 1978 ein Tomaten-Virus, Rossmann 1979 ein Bohnen-Virus. Später charakterisierten sie verschiedene Viren, die Menschen und Tiere befallen können – etwa die, die für Schnupfen und Erkältung verantwortlich sind.
“Das Verständnis der dreidimensionalen Struktur von Proteinen erlaubt ungeahnte Rückschlüsse auf ihre Funktion”, hieß es in der Begründung der Stiftung, als die Preisträger im Juni 2000 bekannt gegeben wurden. Die Proteine bilden nicht nur die “Transportverpackung” der Viren, sondern schützen es vor der körpereigenen Abwehr und bewerkstelligen das “Andocken” an die Wirtszelle.
dpa





