Weniger Wundschmerzen, niedrigere Kosten und das Heimkommen am Tag nach der Operation: Dies verspricht eine neue Operationsmethode, bei der die Ärzte statt durch eine großflächige Hautöffnung durch mehrere kleine “Schlüssellöcher” operieren. US-Mediziner präsentieren jetzt die weltweit ersten Erfolge mit der so genannten minimal-invasiven Methode für den Einsatz künstlicher Hüftknochen. Weil durch die kleinen Öffnungen weniger Muskeln, Sehnen und Bänder durchtrennt werden, erholen sich die Patienten schneller und verzichten auf den üblichen vier- bis fünftägigen Klinikaufenthalt.
Wir nutzen eine zementfreie Prothese, die in den Knochen einwächst, und am Tag nach der Operation verlassen die Patienten auf Krücken das Krankenhaus, erklärt Richard Berger vom Rush-Presbyterian-St. Luke’s Medical Center, der Entwickler der neuen Technik. Im Rahmen einer Kontrollstudie hat sein Team mit der neuen Technik bereits sieben Patienten im Alter von 35 bis 61 Jahren neue Hüftknochen eingesetzt. Die Prothesen sind dieselben, die bei herkömmlichen Hüftoperationen eingesetzt werden. Zunächst bewertet das Team die Effektivität der Methode an 50 Patienten mit Durchschnittsgewicht und guter Knochenqualität. Danach soll sie auch für Übergewichtige und Problempatienten zum Einsatz kommen.
Im Laufe der ersten Operationen hat Bergers Team den Weg zur Hüfte durch immer kleinere Einschnitte optimiert. Die Hautöffnungen, mit einer Gesamtlänge von nur rund zehn Zentimetern, werden für jeden Patienten eigens positioniert. Die Instrumente, die das Team länger und schlanker machte oder neu entwickelt hat, erlauben optimales Entfernen des geschädigten Knochens und Einsetzen der Prothese.
Die Operationszeit hat Berger mittlerweile auf anderthalb Stunden verkürzen können – weniger als die Durchschnittsdauer herkömmlicher Hüftoperationen. Er sieht seine neue Methode eher in den Händen von Hüft-Spezialisten als von Allround-Chirurgen, denn: “Die chirurgische Technik ist etwas kompliziert, doch man wird mit jeder Operation geübter.”
Dörte Saße





