Mit einem dem weiblichen Hormon Progesteron verwandten Stoff könnte möglicherweise jede dritte Frühgeburt verhindert werden. Das berichten amerikanische Mediziner auf dem Jahrestreffen der Society for Maternal-Fetal Medicine in San Francisco.
Die Forscher um Paul Meis von der Wake-Forest-Universität behandelten mehr als schwangere 450 Frauen, die in früheren Schwangerschaften bereits zu früh entbunden hatten. Zwei Drittel der Teilnehmerinnen erhielten wöchentlich eine Injektion mit dem Stoff namens 17-Alpha- Hydroxyprogesteroncaproat, die anderen ein Placebo. Die Behandlung begann zwischen der 16. und der 18. Schwangerschaftswoche.
Bei den Frauen, die das progesteronähnliche Hormon bekommen hatten, reduzierte sich das Risiko einer Entbindung vor der 37. Schwangerschaftswoche um 34 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt vor der 32. Woche sank sogar um 42 Prozent. Dieses Ergebnis beeindruckte die Forscher derart, dass sie auf weitere Studien verzichteten. Ursprünglich wollten sie mindestens fünfhundert Frauen in ihre Studie einbeziehen.
Da das Hormon bereits als Präparat auf dem Markt ist, könnten Ärzte es auch umgehend nutzen, um Frühgeburten zu verhindern, sagt Meis. Frühere kleinere Studien hatten bereits auf die positive Wirkung des Hormons hingewiesen. Eine so große Untersuchung sei jedoch nie durchgeführt worden, sagen die Forscher.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





