Alle sechs Wochen muss die Spermien tötende Injektion wiederholt werden
Forscher der Universität Münster haben in einer Studie nachgewiesen, dass die Spermienproduktion durch eine Kombinationsbehandlung mit zwei Hormonen effektiv gehemmt werden kann. Eberhard Nieschlag und seine Kollegen bezeichnen ihre Ergebnisse als Erfolg versprechenden Schritt auf dem Weg zur Entwicklung einer neuen Verhütungsmethode.
Über einen Zeitraum von 24 Wochen hinweg erhielten 28 Männer zwischen 18 und 45 Jahren alle sechs Wochen eine Hormonspritze. Diese enthielt entweder nur das männliche Sexualhormon Testosteron (Testosteron-Undecanoat) oder zusätzlich noch ein zweites Hormon (Norethisteron-Enanthat). Bei 13 der 14 Männern, die mit beiden Hormonen behandelt wurden, kam die Spermienbildung völlig zum Erliegen. Bei den allein mit Testosteron Behandelten zeigten nur 50 Prozent diese Wirkung.
Bis auf einen geringfügigen negativen Effekt auf den Cholesterinspiegel hatte die Behandlung kaum Nebenwirkungen. Keine der Testpersonen klagte über psychische Veränderungen oder Beeinträchtigung der sexuellen Aktivität. Im Vergleich zu anderen empfängnisverhütenden Maßnahmen bei Männern sehen die Wissenschaftler den Hauptvorteil ihrer Methode darin, dass die Hormongabe nur alle sechs Wochen nötig ist. In weiteren Untersuchungen soll getestet werden, ob dieser Zeitraum noch ausgedehnt werden kann. Außerdem bleibt nachzuweisen, ob die Kombinationsbehandlung eine Schwangerschaft mit ausreichender Sicherheit verhindert. (Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism Vol. 86, S. 303)
Joachim Czichos





