Unsere Ernährung beeinflusst nicht nur unsere Gesundheit, sondern hat auch Folgen für die globale Umwelt und Klima. Denn für den Anbau von Nahrungspflanzen und Tierfutter werden Wälder und andere natürliche Landschaften verändert, was ihre Fähigkeit zur CO2-Aufnahme beeinträchtigt. Die Verarbeitung der Lebensmittel und ihr Transport verbrauchen Energie und erzeugen Treibhausgas-Emissionen. Durch die zunehmende Globalisierung der Handelsketten werden dabei die Transportstrecken zunehmend länger, zudem erfolgt die Produktion der Lebensmittel dadurch oft in Gebieten, die beispielsweise wegen Wasserknappheit eigentlich nicht für den intensiven Anbau geeignet sind. Unter anderem deshalb rufen Klima- und Naturschützer schon länger zu einem stärker regionalen Konsum auf.
Transportemissionen höher als in jedem anderen Sektor
Welche Rolle der Transport von Lebensmitteln von ihren Erzeugungsorten zu den Konsumenten für die Ökobilanz des Nahrungsmittelbereichs spielt, haben nun Mengyu Li von der University of Sydney und ihre Kollegen näher untersucht. Dafür entwickelten sie ein Computermodell, das auf Basis von globalen und nationalen Daten zu Lieferketten, Emissionen und Transportwegen das weltweite Handelsnetz für Lebensmittel rekonstruiert. Anhand dieses Modells ermittelten die Wissenschaftler die CO2-Bilanz und Transportstrecken für Lebensmittel global und in 74 Ländern, für 37 verschiedenen Wirtschaftssektoren und vier Transportarten. Insgesamt werteten sie dabei rund 30 Millionen direkte Handelsverbindungen aus. Daraus wiederum konnte das Team auch für verschiedenste Lebensmittel und Länder die Länge der Transportstrecken und den Umfang der darüber bewegten Güter ermitteln.
Die Auswertung ergab, dass der Nahrungssektor insgesamt für etwa 15,8 Gigatonnen CO2 pro Jahr verantwortlich ist, das entspricht rund 30 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Dabei sind die Klimaauswirkungen der Landnutzungsänderungen für die Landwirtschaft noch nicht mit einbezogen, wie die Forscher erklären. Von diesen Nahrungsmittel-bezogenen Emissionen wiederum entfallen rund drei Gigatonnen allein auf den nationalen und internationalen Transport von Lebensmitteln. “Dieser Wert liegt 3,5- bis 7,5-mal höher als frühere Schätzungen”, berichten Li und ihre Kollegen. Gleichzeitig ergaben die Vergleichsanalysen, dass der Transport im gesamten Treibhausbudget der Lebensmittelproduktion damit 30 Prozent ausmacht, rechnet man die Landnutzungs-Effekte hinzu, sind es 19 Prozent. “Damit liegen die Transportemissionen im Lebensmittelbereich weit über denen anderer Güter: Im Allgemeinen ist Fracht nur für rund sieben Prozent der CO2-Bilanz der Industrie und Güterproduktion verantwortlich”, erklärt das Team.





