Menschen mit primärem Leberkrebs, die nicht mehr operiert werden können und bei denen herkömmliche Chemotherapien nicht wirksam sind, hatten bisher kaum eine Überlebenschance. Krebsspezialisten vom University of Maryland Greenebaum Cancer Center im US-Staat Maryland haben jetzt beim Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncologists eine neue Behandlungsmethode mit dem radioaktiven Element Yttrium 90 vorgestellt.
Dieses wird, verpackt in mikroskopisch kleine Glasperlen, per Katheter über die Beingefäße direkt in die Leber injiziert. Die Patienten können am selben Tag nach Hause gehen. Familienangehörige würden durch die geringe Strahlung nicht gefährdet, so Professor David Van Echo, der die Therapie an 45 Patienten getestet hat. Besonders gut habe die Behandlung Patienten geholfen, die zusätzlich Tumoren im Magen-Darm-Trakt hatten. “Die chirurgische Therapie bleibt aber die wichtigste Behandlungsmethode”, sagte Van Echo. “Allerdings kommen dafür weniger als 15 Prozent der Patienten in Frage, weil die Krankheit meist schon sehr weit fortgeschritten ist.”
Primärer Leberkrebs ist in den USA und Europa relativ selten. Van Echo rechnet jedoch mit einer Zunahme der bösartigen Erkrankung in Afrika und Asien, wo viele Menschen Hepatitis haben. Wird eine solche Leberentzündung chronisch, kann das nach Jahren zu Leberkrebs führen.
Dr. Thomas Meißner





