Ersatz für Lebertransplantation, da diese Zellen Leber und Gallengang-Gewebe aufbauen
Eine erfreuliche Nachricht für Leberpatienten: Nach jahrelanger Forschung ist es Medizinern zum ersten Mal gelungen, Leber-Stammzellen zu identifizieren und zu isolieren. Die einfachen Zellen sind in der Lage, die Leber und das Gallengang-Gewebe aufzubauen und könnten in der Zelltherapie bald die Lebertransplantation ersetzen.
Neben ihrer Entdeckung ist es Lola Reid und Hiroshi Kubota von der University of North Carolina als Ersten gelungen, im Labor aus einer einzigen (Ratten-) Leberzelle eine ganze Leberzell-Kolonie zu züchten. “Jahrzehntelang hat man ausgereifte Leberzellen nur in Form größerer Zellenhaufen weiter vermehren können, sonst überlebten sie nicht”, berichten die Physiologen in den Proceedings of the National Academy of Science.
Bisher waren mit Einzelzellen in Zellkultur nur ein bis zwei Zellteilungen gelungen, obwohl die Leberzellen im Körper für deren Regenerationsvermögen bekannt sind. Dies Paradox scheint nun gelöst: Reid und ihr Team haben bewiesen, dass nur die frühen Leberzell-Stadien fähig sind, sich häufig zu teilen. “Wir haben gezeigt, dass es für Leberzellen ein Reifestadium gibt, und dass Zellen unterschiedlicher Reife verschiedene Vermehrungs-Potentiale haben”, so Reid.
Die Forschungsergebnisse könnten bald die gespannte Lage bei Lebererkrankungen im Endstadium erleichtern. Allein in den USA stehen für 15.700 Patienten nur 4.000 Spender-Lebern zur Verfügung. Jährlich sterben dort 50.000 Menschen an chronischen Leberschäden.
Frieder Graef





