Ganzkörperscans könnten Ärzten künftig Auskunft über den Verlauf einer HIV-Infektion geben. Mithilfe einer so genannten Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können sie die Auswirkungen der Erkrankung auf das Lymphsystem des Körpers verfolgen. Kenntnisse über den Zustand des Systems ermöglichen den Medizinern, den Stand der Infektion besser einzuschätzen und neuartige Therapien anzuwenden, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift “The Lancet” (Bd. 362, S. 945).
Auf PET-Aufnahmen ist erkennbar, ob Lymphknoten aufgrund einer Infektion aktiv sind oder nicht. Patienten mit einer HIV-Langzeitinfektion, bei denen die Infektion noch nicht zu Aids fortgeschritten ist, haben nur wenige dauerhaft aktive Lymphknoten. Das stellten David Schwartz von der Johns-Hopkins-Universität und seine Kollegen bei PET-Untersuchungen an mehr als zwanzig Versuchspersonen fest.
Die Mediziner hoffen, dass eine Entfernung oder Bestrahlung ständig aktiver Lymphknoten den Verlauf der Krankheit verzögern könnte. “Auch wenn das latente Virus von vielen Stellen im Körper aus wieder aktiv werden kann, könnte eine Reaktivierung um Monate oder sogar Jahre verzögert werden, wenn permanent aktive Knoten entfernt werden”, erklärt Schwartz. Wäre diese Therapie erfolgreich, könnten Patienten möglicherweise sogar längere Behandlungspausen bei der belastenden Aids-Vorbeugung einlegen, sagen die Mediziner.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





