Die Kölner Ärzte operierten eine 50-jährige Patientin, die seit 16 Jahren unter der Parkinsonschen Krankheit leidet. Sie hatte Sturm zufolge zeitweise eine eingeschränkte Bewegung, immer wieder seien Körperteile steif geblieben. Wenn die Frau Medikamente genommen habe, sei es zu Überreaktionen in Form unkontrollierter Bewegungen gekommen. Bei der Parkinson-Krankheit kann die Bewegung nicht mehr richtig koordiniert werden. Es kommt zu Schüttellähmung, aber auch Steifheit. Die Krankheit ist unheilbar, kann jedoch mit einem Hirnschrittmacher gelindert werden, der inaktive Hirnbereiche stimuliert.
Die 50-Jährige habe den Eingriff gut überstanden, sagte Sturm: “Ich bin so gut wie sicher, dass sie von ihren Beschwerden nahezu vollständig befreit wird.” Die bisher inaktiven Hirnteile, die von dem Schrittmacher angeregt worden seien, konnten durch den Kernspintomographen auf einem Bildschirm erstmals wieder bei der “Arbeit” beobachtet werden.
Sturm zufolge gibt es bisher nur in zwei Operationssälen weltweit Kernspintomographen dieser Art. Der zweite in Minneapolis sei bisher allerdings nicht bei einer Parkinson-Operation eingesetzt worden. Kernspintomographen erlauben Aufnahmen aus dem Körperinneren. Sie sind besonders zur Darstellung von weichem Gewebe geeignet und benutzen Magnetfelder statt Röntgenstrahlen.
Von den rund 240 000 Parkinson-Kranken in der Bundesrepublik könnten etwa zehn Prozent durch einen Hirnschrittmacher von ihren Leiden befreit werden, sagte Sturm. Das neue Operationsverfahren biete mehr Sicherheit für den Patienten. Den Ärzten sei es auch möglich, Zentren für Motorik oder Sprache im Gehirn mit “allerhöchster Präzision” zu lokalisieren und damit Fehler zu vermeiden.
Der spezielle OP-Kernspintomograph, der bis zu 200 Bilder in der Sekunde liefert, kostet etwa fünf Millionen Mark. Die Kölner Klinik soll als eines von zwei weltweiten Referenz-Zentren dienen. Andere Krankenhäuser interessierten sich bereits für die Kölner Erfahrungen, sagte Sturm. Die Deutsche Parkinson Vereinigung betonte, auch die herkömmlichen Operationsmethoden seien ausreichend. Es komme äußerst selten zu Komplikationen. Der Kernspintomograph biete aber die Möglichkeit, die Schrittmacher deutlich präziser im Gehirn zu platzieren.





