Beobachten und Nachahmen scheint für das Gehirn fast das gleiche zu sein. Eine tomographische Untersuchung an Testpersonen ergab, dass in beiden Fällen die gleichen Hirnteile aktiv sind, berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin “Proceedings of the National Academy of Sciences” (Online-Vorabveröffentlichung).
Ahmen wir die Gesichtsmimik eines anderen Menschen nach, sind vor allem direkt über den Augen und neben den Ohren liegende Gehirnregionen aktiv, schreiben Marco Iacoboni und seine Kollegen von der Universität in Los Angeles. Außerdem arbeitet der Mandelkern, der für gute wie schlechte Gefühle sorgen kann, und die so genannte Insel ? ein im Innern des aufgefalteten Gehirns verborgener Teil der Hirnrinde, der Bewegungen mit Empfindungen verbindet. Die gleichen Hirnteile wurden während der Versuche auch bei Personen aktiv, die andere Menschen nur beobachten aber nicht nachahmen sollten, berichten die Forscher.
Frühere Studien hatten gezeigt, dass Menschen mit einer besonderen Gabe, sich in anderen hineinzuversetzen, ihr Gegenüber nicht nur genau beobachten, sondern auch unbewusst nachahmen. Iacoboni und seine Kollegen glauben nun, mit ihren Studien den biologischen Grund dafür gefunden zu haben: Für das Gehirn scheinen Beobachten und Nachahmen nur zwei Seiten einer Medaille zu sein.
ddp/bdw ? Andreas Wawrzinek





