Stuttgart ? Ein aus dem Himalaja eingeführtes Kraut macht in Zentral-Europa heimischen Pflanzen Konkurrenz: Das Drüsen-Springkraut “Impatiens glandulifera” lockt mit seinem reichen Nektar die Bienen weg von den einheimischen Blüten und gefährdet so deren Bestand. Das haben Wissenschaftler bei Blütenpflanzen beobachtet. Über ihre Untersuchungen berichten Lars Chittka und seine Kollegen im Fachmagazin “Nature” (Vol 411, 7. Juni 2001, p. 653).
Seit das Drüsen-Springkraut, im Volksmund auch Bauernorchidee genannt, vor einem guten Jahrhundert aus dem Himalaja als Gartenpflanze eingeführt wurde, hat es schon mehr als die Hälfte aller Flussufer in der Tschechischen Republik erobert. In ihren Versuchen haben die Wissenschaftler von der Universität Würzburg das Eindringen der Bauernorchidee in einen Bestand mit Sumpf-Ziest “Stachys palustris” nachgestellt und untersucht, wie der Eindringling den benachbarten Pflanzen Konkurrenz macht. Sie stellten fest, dass Bienen und Hummeln die neue Pflanze bereitwillig vorziehen.
Das Drüsen-Springkraut lockt etwa vier mal so viele Insekten zum Bestäuben an wie der benachbarte Sumpf-Ziest, da sie dort reich belohnt werden: Die bei Bienen und Hummeln so beliebte Pflanze produziert so viel Nektar, dass keine in Zentral-Europa heimische Pflanze mit diesen Mengen mithalten kann, erklärt Chittka gegenüber “bild der wissenschaft”. Die weniger besuchten Pflanzen produzieren dadurch weniger Samen. Indem das Drüsen-Springkraut seine Konkurrenz schon im Keim unterdrückt, muss es später auch weniger um andere Rohstoffe wie Wasser, Licht und Platz kämpfen.
bdw Cornelia Pfaff





