Implantierte Herzschrittmacher stellen bei einer Staphylokokken-Infektion eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Sie werden häufig von den Bakterien besiedelt und bilden dann eine permanente Infektionsquelle, von der aus die Keime mit dem Blut in alle Teile des Körpers gelangen. Über die bisher größte Studie zu diesem Thema berichten Wissenschaftler der Duke University in Durham im Fachblatt Circulation.
Für ihre Forschungen untersuchten Anna Lisa Chamis und ihre Kollegen 33 Menschen mit implantiertem Herzschrittmacher oder Defibrillator, bei denen eine Blutvergiftung durch Staphylococcus aureus nachgewiesen wurde. Bei 15 dieser Patienten war auch das Implantat infiziert. “Unser wichtigster Befund ist, dass es in den meisten Fällen keine direkt sichtbaren Anzeichen für eine Infektion des Gerätes gab”, sagt Chamis. Weder Hautrötungen an der Implantationsstelle noch Ablagerungen an den Geräteteilen ließen die Gefahr erkennen.
Eine antibiotische Behandlung reicht oft nicht aus, um die den Geräten anhaftenden Keime vollständig abzutöten. Daher empfehlen die Wissenschaftler, bei einer Staphylokokken-Infektion generell den Herzschrittmacher auszutauschen, auch wenn es keine Anzeichen für eine Besiedlung des Gerätes gibt.
Frühere Studien hatten ergeben, dass es bei jedem fünften Patienten mit permanent implantiertem Herzschrittmacher zu einer Infektion des Implantats mit Staphylokokken oder anderen Bakterien kommt. Eine schwere Erkrankung mit oft tödlichem Ausgang ist die Folge. Andere Forscher konnten nachweisen, dass solche Infektionen mit ähnlicher Häufigkeit auch bei Gelenksprothesen und anderen Dauerimplantaten auftreten.
Staphylokokken gehören zu den häufigsten Erregern von Wundinfektionen. Bleibt die Infektion lokal begrenzt, ist sie meist problemlos zu behandeln. Breiten sich die Keime mit dem Blut im Körper aus, kommt es zu einer gefährlichen Sepsis oder Blutvergiftung.
Joachim Czichos





