Männer sterben häufiger an Herzkrankheiten als Frauen. Doch dieses Phänomen lässt sich nicht durch biologische, sondern durch gesellschaftliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern erklären. Das berichten Wissenschaftler von der Universität Bristol in der aktuellen Ausgabe des British Medical Journal.
Bislang wurde angenommen, dass das Hormon Östrogen Frauen vor Herzkrankheiten schützt. Eine statistische Analyse der Todesraten im 20. Jahrhundert jedoch hat diese Theorie nicht bestätigt. Statt dessen kommen die Wissenschaftler zu dem Schluß, dass Umwelteinflüsse für die unterschiedliche Häufigkeit von Herzkrankheiten bei Männern und Frauen verantwortlich sind.
Die Statistik zeigt, dass Männer gegen Mitte des 20. Jahrhunderts immer häufiger an Herzkrankheiten starben. In den frühen 70er Jahren erreichte der Anteil der Herztoten ihren Höhepunkt. Bei Frauen war die Rate von Herzkrankheiten in diesem Jahrhundert dagegen nahezu konstant.
Östrogen kann diese Trends nicht erklären, da es unwahrscheinlich ist, dass sich die Mengen dieses Hormons bei Frauen im Laufe der Zeit verändert haben, folgern die Wissenschaftler. Sind aber Veränderungen in der Lebensweise und Umwelteinflüsse tatsächlich für das größere Risiko bei Männern verantwortlich, so könnten Massnahmen zur Vermeidung von Herzkrankheiten Wirkung zeigen, folgern die Wissenschaftler.
Adam Bostanci





