Bei 4,4 Prozent der aktiven und ehemaligen Feuerwehrleute Philadelphias wurde das Hepatitis C-Virus nachgewiesen. Das sind mehr als doppelt so viele Erkrankungen wie durchschnittlich auf die amerikanische Bevölkerung entfallen. Diese Zahlen seien entschieden zu hoch, meint der Fire Department Medical Director von Phoenix Richard Gerkin. Hepatitis C-Infektionen bleiben oft unerkannt, können aber Leberzhirrose verursachen.
Etwa 1,8 Prozent aller Amerikaner sind mit dem Virus infiziert, das über Bluttransfusionen, infizierte Nadeln und auch durch Intimkontakte übertragen wird. Gerkin meint deshalb, dass bei Feuerwehrleuten die Infektionsrate höchstens bei 0,4 bis 0,5 Prozent liegen sollte: “Feuerwehrleute gehören nicht zur durchschnittlichen Bevölkerung, sie sind in der Regel sehr gesund, weniger anfällig für Drogenabhängigkeit und haben einen soliden Lebenswandel.”
Die Gewerkschaft der Feuerwehrleute Philadelphias forderte inzwischen die öffentlichen Institutionen auf, für bessere Schutzvorkehrungen zu sorgen. Einsatzkräfte, die Verwundete aus Autowracks und eingestürzten Gebäuden bergen, kommen permanent mit Blut, Schweiß und Tränen Unbekannter zusammen. Während noch vor 30 Jahren solche Kontakte als Beweis für Mut und Aufopferungsbereitschaft galten, löst die steigende Anzahl von Erkrankungen, die durch Blutkontakte übertragen werden, Sorgen und Angst aus.
USA-weit drängen deshalb Feuerwehrleute und Einsatzkräfte darauf, neue Studien durchzuführen, um verlässliche Informationen über den Übertragungsweg des Hepatitis C-Virus, die tatsächliche Gefährdung und auch bessere Vorkehrungen zum Schutz vor einer möglichen Infektion zu erhalten.
Marion Herzog





