Das im Magen lebende Bakterium Helicobacter pylori begleitet den Menschen schon seit mindestens 11.000 Jahren. Das legen Genanalysen des Magenbewohners nahe, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences” (Online-Vorabpublikation).
Mediziner kennen H. pylori seit etwa zwanzig Jahren. Das spiralförmige Bakterium wird als eine der Ursachen für Magengeschwüre und ?krebs betrachtet. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung trägt es im Magen mit sich herum, schätzen Mediziner.
Der Mikrobiologe Martin Blaser und seine Kollegen hatten bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen nach speziellen genetischen Variationen des Bakteriums gesucht. Die von ihnen untersuchten Varianten kommen nur bei Menschen vor, die aus ostasiatischen Ländern wie Korea, China und Japan stammen. Auch wenn sie in andere Länder wie zum Beispiel die USA auswandern, behalten sie ihren Bakterienstamm.
Diesen speziellen genetischen Fingerbadruck fanden die Forscher jedoch auch bei südamerikanischen Indianern, die in isolierten Gemeinschaften in Venezuela leben. Diese Ureinwohner Amerikas können diese H. pylori-Variante nur haben, weil bereits ihre Vorfahren, die vor mehr als 11.000 Jahren aus Ostasien nach Amerika kamen, den Magenbewohner mitbrachten, schließen die Forscher.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





