Eine Kombination aus Zink und Antibiotika kann Lungenentzündungen schneller heilen als eine herkömmliche entzündungshemmende Behandlung. Das berichten Wissenschaftler von einem Forschungs- und Behandlungszentrum für Infektionskrankheiten in Bangladesch. Ihrer Ergebnisse schildern sie im Fachmagazin Lancet (Bd. 363, S. 1683).
Zink stärkt das Immunsystem und kann Lungenentzündungen vorbeugen. Ob Zink auch eine heilende Wirkung hat, untersuchten nun W. Abdullah Brooks und seine Kollegen am internationalen Forschungszentrum für Durchfallkrankheiten in Bangladesch (ICDDR). Die Hälfte von 270 an schwerer Lungenentzündung erkrankten Kindern im Alter zwischen zwei und 23 Monaten erhielt herkömmliche Antibiotika, die andere Hälfte zusätzlich eine Dosis von 20 Milligramm Zink pro Tag.
Bei einer Kombination aus Antibiotika und Zink wurden die Kinder im Durchschnitt einen Tag früher gesund und konnten einen Tag früher aus dem Krankenhaus entlassen werden. Zudem wurde die Zinkbehandlung sehr gut vertragen. Eine tägliche Zinkdosis kostet 15 US-Cent, ein Tag im Krankenhaus jedoch 25 Dollar. Durch eine Kombinationsbehandlung könnten somit erhebliche Kosten gespart werden, betont Brooks. “Zudem könnte die Zink-Behandlung Antibiotika-Resistenzen verhindern, da die Patienten dank Zink weniger verschiedene Antibiotika erhalten müssen.” Lungenentzündungen sind die häufigste Krankheits- und Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren.
ddp/bdw ? Christine Amrhein





