Auf der indonesischen Insel Borneo behandeln sich Orang Utans mit einer Art selbst hergestellter Salbe. Das berichtet die britische Forscherin Helen Celia Morrogh-Bernard von der University of Cambridge. Sie hatte ein Weibchen beobachtet, das bestimmte Blätter pflückte und zerkaute, bis sich ein grün-weißer Schaum vor ihrem Maul bildete. Damit rieb sich die Äffin den linken Arm ein. Anschließend spuckte sie die Blätter wieder aus. Als Morrogh-Bernard die Blattreste analysierte, fand sie heraus, dass die Pflanze zu den Tagblumen (Commelina) gehört – einer Pflanzenart, die Orang Utans nicht fressen. Wie man weiß, stellen die Einheimischen aus Commelina einen entzündungshemmenden Balsam gegen Muskelschmerzen, Wunden und Schwellungen her. Bekannt ist zwar, dass Schimpansen und Gorillas durch das Fressen bestimmter Kräuter oder Kerne versuchen, Darmparasiten loszuwerden. Die Beobachtung von Morrogh-Bernard ist bisher jedoch einzigartig.





