Bei verletzungsbedingten Entzündungen löst offenbar das Molekül CD44 an der Oberfläche von Zellen den Heilprozess aus. Dies belegt eine Studie des U.S. Department of Veterans Affairs. Die Ergebnisse veröffentlichen die Autoren in der Science-Ausgabe vom 5. April.
Das Rezeptormolekül CD44 findet sich auf allen Körperzellen. Es bindet an zuckerähnliche Moleküle, die zum Beispiel den Knorpel aufbauen oder das Grundgerüst verschiedener Gewebe bilden.
Das Forscherteam um Paul Noble erforschte an Mäusen die Rolle von CD44 bei verletzungsbedingten Entzündungen der Lunge. Sie fanden unter anderem heraus, dass bei Mäusen das entzündete Lungengewebe nur in Anwesenheit von CD44 abheilte. Ohne CD44 blieb die Entzündung bestehen.
Da CD44 auf allen Körperzellen vorkommt, werfen diese Resultate neues Licht auf die grundlegenden Heilmechanismen. Folgende Schritte veranschaulichen die Schlüsselrolle des CD44 am Beispiel der Lunge. Verletzung: Rußpartikel oder andere eingeatmete Stoffe verletzen das Lungengewebe. Entzündung: Das verletzte Gewebe entzündet sich. Die unverletzten, benachbarten Zellen erfahren über den CD44-Weg, dass das Gewebe geheilt werden muss. Säuberung: Zerstörtes, totes Gewebe wird offenbar dank CD44 von den weißen Blutkörperchen erkannt und entfernt. Narbenbildung: Die Entzündung klingt ab und so genannte Fibroblasten ersetzen das abgestorbene Gewebe. Der Heilprozess ist abgeschlossen.
Die Forscher mutmaßen, dass sich anhaltende Entzündungen und verlangsamte Heilprozesse auf fehlerhafte CD44-Rezeptoren zurückführen ließen. Dies müssen jedoch zukünftige Studien belegen.
Markus Batscheider





