In Zahlen
Behauptungen sind Schall und Rauch und daher bestenfalls für den Stammtisch zu gebrauchen. Fakt ist, die durch Privatleute erzeugten Energieverbräuche rangieren in Deutschland nicht unter „ferner liefen“, sondern liegen auf höchstem Niveau. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Umweltbundesamt gibt für 2016 folgende Verbräuche in Terawattstunden aus:
Dabei kommt hinzu, dass der Punkt „Verkehr“ noch gesplittet werden muss: Von der Gesamt-Beförderungsleistung in Milliarden Kilometern per Anno liegt der private Verkehr in Deutschland bei über einer Billion Kilometern, wohingegen der Güterverkehr, schon wegen der wenigeren Fahrzeuge, gerade auf die Hälfte kommt.
Daher ist das Eichmaß aller energetischen Dinge, was die tatsächlichen Verbräuche und realistischsten Einsparpotenziale anbelangt, die vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus mit zwei Autos. Sie ist, zusammen mit den restlichen Haushalten, für einen fast ähnlich hohen Anteil an allen Verbräuchen verantwortlich, wie es die gesamte Wirtschaft ist. Ein solcher „Vierpersonen-Einfamilienhaus-Musterhaushalt“ verbraucht jährlich ca. 4000 Kilowattstunden an Energie, wovon ca. 30% auf die Elektrifizierung entfallen, der Rest auf Heizung bzw. Warmwasserbereitung, das schlägt mit 1.500-2.000 Euro zu Buche. Dieser Haushalt wird jetzt bereits gezwungen, sich an die Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz EEG zu halten. Dadurch müssen Neubauten bestimmte Maximal-Wärmedurchgangskoeffizienten erreichen wie sie ihren Energieverbrauch anteilig durch erneuerbare Ressourcen decken müssen. Allerdings ist das nur ein Anfang. Ein Kompromiss, der sich vornehmlich auf politische Machbarkeit stützt. Darauf, Bürger nicht zu stark zu belasten. Experten sind sich jedoch nicht nur darüber einig, dass das nur Minimalkonsens ist, sondern, dass mehr nötig ist, um Klimaziele zu realisieren.
1. PV-Zwang
Wer heute ein Haus baut, dem steht es im Rahmen des EEG relativ frei, für welche alternativen Energieträger er sich entscheidet. Doch einzelne Regionen gehen schon heute einen strengeren Weg. So schreibt Tübingen seit neuestem Neubauten eine Photovoltaik-Installation vor, sobald diese sich „für den Eigentümer wirtschaftlich rechnet“, da dies bei Eigenverbrauch praktisch eine selbsterfüllende Vorgabe ist, kann man von einer PV-Pflicht sprechen.







