Wenn eine Gruppe von Erdmännchen mit einer kniffligen oder gefährlichen Situation konfrontiert wird, schicken die Tiere ein rangniedriges Mitglied quasi als Versuchskaninchen vor, um den Ernst der Lage zu erkunden. Das belegt eine Studie von Simon Townsend von der Universität Zürich und Nicolas Perony von der ETH Zürich. Die Wissenschaftler hatten in einem Reservat der Kalahari-Wüste in Südafrika mehrere Erdmännchen-Gruppen beobachtet.
Durch das Reservat führt eine recht stark befahrene Straße. Wenn die Erdmännchen sie überqueren wollten, überließ die Anführerin – meist das dominante Weibchen der Gruppe – einem untergeordneten Tier den Vortritt. Dieses „egoistische” Verhalten ist für die Arterhaltung wichtig, meinen die Forscher. Denn das ranghöchste geschlechtsreife Weibchen ist allein für den Nachwuchs und den Fortbestand der Gruppe verantwortlich. Um Schäden für die Gruppe zu minimieren, sei es also sinnvoll, zunächst ein „Versuchstier” möglichen Risiken auszusetzen. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass Erdmännchen-Gruppen auseinanderfallen können, wenn das Alpha-Weibchen stirbt.





