Wie Becker erklärt, überwintern die meisten der zahlreichen heimischen Mückenarten im Eistadium, manche aber auch als Larven oder erwachsene Tiere. In Frostperioden gehen die Lebensfunktionen der Larven in den Eiern auf ein Minimum zurück. “Bestimmte Substanzen in ihren Körpern wirken dabei wie Frostschutzmittel”, so Becker. Außerdem ist der Wassergehalt im Gewebe gering – das schützt vor der Bildung von zerstörerischen Eiskristallen.
Ausschlaggebend: Die Bedingungen im Frühjahr und Sommer
Wie stark die Invasion der Blutsauger in einem Jahr ausfällt, hängt Becker zufolge vor allem von den Entwicklungsbedingungen im Frühjahr und Sommer ab. “Wasser und Wärme sind dabei die entscheidenden Faktoren”, sagt Becker. Nach Überschwemmungen oder langen Regenfällen finden die Stechmücken in Wasseransammlungen ideale Brutstätten für ihre Larven. Wenn dann noch hohe Temperaturen dazukommen, entwickeln sich die unbeliebten Insekten explosionsartig.
Dazu ist dann allerdings auch der für uns so unangenehme Faktor nötig: Für die Eiablage brauchen die weiblichen Stechmücken Nahrung in Form von Blut. Gerne zapfen sie das auch bei menschlichen Opfern ab. “In manchen Jahren kann es in bestimmten Gebieten zu einer Anflugrate von bis zu 700 Stechmücken pro Minute kommen. Da ist dann kein Spaziergang mehr möglich”, so Becker. Da kann man den Plagegeistern schon mal den Tod im winterlichen Frost wünschen. Sinn macht dieserWunsch aber eben nicht.





