Blei in alten Farbanstrichen und Wasserleitungen ist häufig für Hirnschäden bei Vorschulkindern verantwortlich, erklärten Wissenschaftler von verschiedenen amerikanischen Forschungseinrichtungen auf dem Meeting der Gesellschaft für Neurowissenschaften in New Orleans. Sie arbeiteten eine Reihe von Besonderheiten im Verhalten von Kindern heraus, die Eltern und behandelnde Ärzte auf eine mögliche Bleivergiftung hinweisen.
Insbesondere das Hirn nehme Blei rege auf, weshalb da die Schäden auch am größten seien, erläuterte Jay Schneider von der Thomas Jefferson University in Philadelphia. Die angerichteten Schäden bei Säuglingen und Vorschulkindern sind irreversibel. Die häufig verdeckt ablaufenden Bleivergiftungen können zu Problemen beim Lernen führen, die Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigen und die Konzentration und Gedächtnisleistung so verschlechtern, dass ein normales Leben für die betroffenen Kinder und ihre Eltern kaum mehr möglich ist. Ähnliche Symptome treten auch bei Kindern mit ADD (Attention Deficit Disorder) auf, weshalb es wichtig sei, eine mögliche Bleivergiftung auszuschließen.
Blei ist mitunter heute noch in den Wasserleitungen alter Häuser (älter als 1960) und in alten Farbanstrichen zu finden. Beispielsweise kann ein alter bleihaltiger Farbanstrich an einer Tür, der von einer Latex- oder Acrylfarbe überdeckt wurde, durch Reibung mit dem Türrahmen immer noch gefährliche Bleidünste freisetzen. Die Wissenschaftler schätzen, dass etwa 890.000 amerikanische Vorschulkinder von den Folgen einer Bleivergiftung betroffen sind und fordern Eltern und Kinderärzte bei Verhaltensauffälligkeiten durch Bluttests mögliche Vergiftungserscheinungen aufzudecken.
Marion Herzog





