Ein ungewöhnliches Forschungsobjekt haben sich Wissenschaftler um Karim Vahed von der britischen University of Derby vorgenommen: die Größe der Testikel (Hoden) von Heuschrecken. Als die Forscher die Testikel von 21 Heuschreckenarten untersuchten, stießen sie auf einen Rekord: Im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht besitzt die bis zu 28 Millimeter große Südliche Beißschrecke (Platycleis affinis) die größten Testikel der Welt. Sie machen 14 Prozent ihres Gewichts aus. Zum Vergleich: Beim Menschen ist es gerade mal ein Promille. Doch zum Erstaunen der Forscher produzieren die Riesen-Testikel der Beißschrecke pro Ejakulat weit weniger Samen als die Testikel anderer Laubheuschrecken. Ziel der Riesenhoden kann also nicht sein, bei einer Kopulation möglichst viele Spermien zu übertragen. Die Forscher vermuten: Der Riesenwuchs soll gewährleisten, dass die Männchen sehr häufig kopulieren können. Denn in ihrem achtwöchigen Erwachsenenleben haben die weiblichen Heuschrecken bis zu 23 verschiedene Sexualpartner. Das heißt: Die Männchen müssen mehrfach ran. Und dazu benötigen sie eben eine üppige Tankfüllung.





