Als Vorsorge gegen Magenkrebs scheint sich grüner Tee doch nicht zu eignen. Dies zeigt eine neue japanische Studie, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Die neunjährige Untersuchung stützt sich auf die Trinkgewohnheiten von 26.000 Männern und Frauen über 40 Jahre in einem Gebiet im nördlichen Japan, das eine hohe Rate der zweithäufigsten Krebsform aufweist.
Bisher sagten einige Studien, dass das grüne Getränk einen positiven Effekt auf die Verhinderung von Magentumoren habe. Als Ursache sahen die Forscher seinen hohen Anteil an Polyphenolen, die in Tierstudien Krebszellen unterdrückten. So verhinderten sie die Zellteilung, die bei Krebszellen außer Kontrolle gerät, und schickten die Zellen gezielt in den programmierten Zelltod.
Doch beim Menschen scheint der Zusammenhang nicht so einfach zu sein. Nachdem die Wissenschaftler den Konsum von magenkrebsfördernden Faktoren, wie Zigaretten, Alkohol und gepökelte Lebensmittel, angepasst hatten, fanden sie keine Teemengen, welche die Menschen schützen konnten. Im Gegenteil: Es zeigte sich sogar, dass diejenigen mit dem höchsten Teegenuss auch das höchste Risiko besaßen.
Ein Grund, auf grünen Tee ganz zu verzichten, sei das jedoch nicht. Doch die Hoffnung, damit andere Sünden wie Tabak- und Alkoholkonsum ausgleichen zu können, hat sich nicht bestätigt.
Dr. Dagmar Knopf





