Klimawandel und Ernährungssicherung sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte – sie können nur gemeinsam gelöst werden: Hunger und Armut verhindern vielfach Maßnahmen zum Umweltschutz. Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel besonders negativ auf Kleinbauern in Entwicklungsländern aus, die mit rund 500 Millionen die Hälfte der Hungernden weltweit ausmachen. Der Geschäftsführer der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) Rob Cameron sagte: “Wenn wir wirklich den Ärmsten der Welt helfen wollen, dann müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um die Armut zu mindern. Im Jahr 2010 wird FLO seine Strategie fortführen den globalen Einfluss von Fairtrade zu verstärken, zu erweitern und zu vertiefen, um das Leben für Millionen von Produzenten und ihren Familien weltweit zu verändern.”
Der Faire Handel legt einen Fokus auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft, aus der rund 75 Prozent aller Fairtrade-Produkte stammen. Das Fairtrade-Siegel garantiert die Einhaltung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Standards. Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, langfristige Lieferbeziehungen und Vorfinanzierung schaffen höhere, stabilere Einkommen und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort. Es entstehen neue Arbeitsplätze auch für die jüngeren Generationen und Landflucht wird verhindert. Unabhängige Wirkungsstudien belegen die positiven Auswirkungen des Fairen Handels auf die teilnehmenden Produzentenorganisationen, ihre Gemeinden und Regionen.
Für die Verbindung sozialer und ökologischer Standards erhielt TransFair e.V. den “Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009”. Fairtrade hat 2009 beim Ethical Brand Monitor der Nachhaltigkeitsberatung “brands & values GmbH” als Organisation mit dem höchsten “nachhaltigen Markenwert” abgeschnitten. Auch eine GlobeScan-Studie bestätigte 2009 das Vertrauen der Konsumenten. Bei der Umfrage mit 14.500 Konsumenten in 15 Ländern war das Fairtrade-Siegel der Hälfte der Verbraucher bekannt. 91 Prozent von ihnen bringen dem Siegel ein hohes Vertrauen entgegen.
Kaffee: Im Jahr 2009 wurden 5.620 Tonnen Fairtrade zertifizierter Kaffee in Deutschland verkauft. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Fairtrade-Kaffee Absätze in den Supermärkten konnten sich gegen die Preisaggressivität diverser Sonderangebote des Handels behaupten und mit einem leichten Plus von drei Prozent auf 3.920 Tonnen zulegen. Der Außer-Haus-Markt gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Jahre 2009 waren rund 235 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee in über 15.000 gastronomischen Betrieben im Ausschank.




