Die Vereinten Nationen (UN) haben in der letzten Woche das größte tropische Feuchtgebiet der Welt zum Biosphärenreservat erklärt. Es befindet sich in der Pantanal-Region in Brasilien und erstreckt sich über eine Fläche, die etwa halb so groß ist wie Frankreich.
Weltweit existieren 350 Biosphärenreservate in insgesamt 85 Ländern. Durch Biosphärenreservate wollen die Vereinten Nationen die einmaligen Ökosysteme schützen, sowie ihre Erforschung nachhaltig fördern.
Dieses Einschreiten der UN kam für die Umweltschutzorganisation International River Network zum richtigen Zeitpunkt: “Obwohl die UN nicht besonders streng durchgreift um ihrer Ziele zu erreichen und keine rechtlichen Mittel besitzt, so üben ihre Entscheidungen doch moralischen Druck aus. Dies zeigt Brasilien, dass ein internationales Interesse an der Pantanalregion besteht”, erklärt Glenn Switkes vom International River Network (IRN) gegenüber der Umweltnachrichtenagentur ENN.
Das IRN ist Teil von “Rios Vivos”, einer Vereinigung von 300 südamerikanischen Nichtregierungsorganisationen.
Deren Ziel scheint nun beinahe erreicht: Rios Vivos wollte verhindern, dass die Regierung den Bau eines industriellen Wasserweges von insgesamt 3.400 Kilometern Länge fördert. Dieser hätte mitten durch das empfindliche Ökosystem in der Pantanalregion geführt. Die brasilianische Regierung hat kürzlich einen Kredit über 165 Millionen US Dollar von der amerikanischen Entwicklungsbank erhalten. Dieses Geld soll nun dazu dienen, Ökotourismus, Sanierungsprojekte und nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Iris Schaper





