“Nach EuroNatur vorliegenden Informationen ist die Umweltverträglichkeitsprüfung zum Bau des Staudamms fachlich angreifbar. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum sich die EBRD mit derart fragwürdigen Ergebnissen zufrieden gibt”, sagt Gabriel Schwaderer. Neben der Tatsache, dass der Staudamm mitten im Schutzgebiet entstehen soll, wurden zum Beispiel die Auswirkungen auf die letzte derzeit bekannte, stabile Population des Balkanluchses nicht ausreichend untersucht. Der Balkanluchs ist eine vom Aussterben bedrohte Unterart des Eurasischen Luchses. Eine Schädigung des Balkanluchs-Vorkommens im Mavrovo-Nationalpark könnte zum Aussterben der Unterart führen. Nach Auffassung von EuroNatur sind die vorgebrachten Argumente der Koalition aus sechs mazedonischen Nicht-Regierungs-Organisationen, die sich für die Erhaltung des Mavrovo-Nationalparks einsetzt, bisher weder von der mazedonischen Regierung noch von der EBRD ausreichend beachtet worden.
Die Menschen in der Nationalparkregion werden von dem Projekt jedenfalls nicht profitieren. Ganz im Gegensatz zu “Boskov Most” würden andere Entwicklungspfade wie die Vermarktung lokaler Produkte und die Förderung eines nachhaltigen Naturtourismus Beschäftigung bringen und das derzeit noch positive Image des Mavrovo-Nationalparks weiter fördern.





