Beten Dritte für eine Frau, die sich künstlich befruchten lässt, so steigen ihre Chancen auf Nachwuchs immens. Mit Gottes Segen werden Frauen doppelt so häufig schwanger wie ohne, berichten amerikanische Mediziner im Fachmagazin “Journal of Reproductive Medicine”.
Das Ergebnis überraschte die Gynäkologen um Rogerio Lobo von der Universität Columbia. Sie betonen, dass weder die Idee noch die Geldmittel für diese Studie von einer religiösen Gemeinschaft gekommen sei. Zudem habe die Studie den üblichen internationalen Standards genügt. So hatten die an der Studie beteiligten Frauen und die behandelnden Ärzte nicht gewusst, für welche der Frauen gebetet wurde. Auch wählten die Mediziner die Frauen, die den Beistand eines Gebets erhielten, rein zufällig aus.
An der Studie nahmen rund 200 Frauen aus Korea teil, die sich künstlich befruchten lassen wollten. Die Forscher um Lobo baten dann in den USA lebende Christen, für 100 der Frauen zu beten. Eine andere Gruppe von Christen sollte wiederum für die Kraft der Betenden Gott um Hilfe bitten. Eine dritte Gemeinschaft schließlich betete für die beiden betenden Gruppen. Diese Methode habe sich schon bei Herzkranken als besonders effektiv erwiesen, sagt Lobo.
Die Prozedur wirkte auch diesmal: Die Hälfte der unter dem Schutz eines Gebets stehenden Frauen wurde schwanger. In der andern Gruppe aber gelang nur bei einem Viertel die künstliche Befruchtung. Die Gynäkologen vermuten, dass versteckte biologische Faktoren den Effekt bewirkt haben. Bisher konnten die Forscher aber keine ausmachen. Deshalb hätten sie die Resultate veröffentlicht, um eine Diskussion anzufachen und für den Effekt verantwortliche “biologische oder andere Phänomene” zu finden, sagt Lobo.
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Marcel Falk





