Männliche Glühwürmchen können Farben wahrnehmen ? trotz ihrer überwiegend nächtlichen Aktivität. Diese Fähigkeit erleichtert es den kleinen Käfern, ihre grünlich leuchtenden Weibchen ausfindig machen, auch wenn andere Lichtquellen die Suche stören. Das haben Biologen um David Booth von der Universität Sussex (GB) herausgefunden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift “Journal of Experimental Biology” (Bd. 207, S. 2373).
Die Paarungsflüge der Leuchtkäfer dauern nur wenige Wochen. Dabei erheben sich nur die Männchen in die Luft ? die flugunfähigen Weibchen bleiben am Boden und locken die Männchen mit ihrem in besonderen Leuchtorganen am Hinterleib erzeugten Licht an. Dabei können die Männchen sehr genau die Wellenlänge des grünlich schimmernden Lichts von denen anderer Lichtquellen unterscheiden, wie Booth und seine Kollegen in ihren Experimenten mit dem Großen Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) zeigten.
Die Wissenschaftler ließen in ihren Versuchen den Käfern die Wahl zwischen einer Lichtquelle, deren Wellenlänge exakt der des weiblichen Leuchtens entsprach, und einer durch eine blaue Komponente verfälschten Lichtquelle. Von den 23 Probanden flogen 20 geradewegs zum grünlichen Leuchten. Die Glühwürmchen sind also in der Lage, Farben sehr genau zu unterscheiden, schlossen die Forscher aus diesem Ergebnis. Diese Fähigkeit ermögliche es den Insekten, trotz der heute zahlreichen nächtlichen Lichtquellen ihre Partnerinnen zu finden und damit das Überleben der Art zu sichern.
bdw/ddp ? Ulrich Dewald





