Männer und Frauen, die an Herzerkrankungen leiden, haben eine höhere Lebenserwartung, wenn sie in einer glücklichen Partnerschaft leben. Einer Studie zufolge kann die Harmonie zwischen den Lebenspartnern sogar bei schwerer Herzinsuffizienz lebensverlängernd wirken. Wie James Coyne von der Pennsylvania University in der Septemberausgabe des amerikanischen Journal of Cardiology beschreibt, spielt der geliebte Partner eine entscheidende Rolle für den Krankheitsverlauf.
Das Team um Coyne interviewte für die Untersuchung 189 Patienten und deren Lebenspartner. Mit Hilfe von Videoaufnahmen analysierten die Forscher den Charakter der Partnerschaften, in denen die Versuchteilnehmer lebten. Die Paare wurden danach für vier Jahre von dem Forscherteam begleitet. Es zeigte sich, dass sogar Patienten mit schweren Herzerkrankungen größere Überlebenschancen hatten, wenn sie mit ihrem Lebenspartner glücklich waren.
Coyne glaubt, dass solche positiven Lebensumstände fördernd auf das Hormon- und Nervensystem der betroffenen Personen wirken. Außerdem habe die Partnerschaft direkten Einfluss auf einen gesünderen Lebensstil, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und die korrekte Einnahme der verordneten Medikamente. Nicht zuletzt sei aber der Lebens- und Überlebenswille in einer glücklichen Beziehung größer.
Nörgeleien, belastende Konflikte und Unzufriedenheit können dagegen eine Herzkrankheit verstärken. Die Patienten haben in einem solchen Falle größere Probleme, sich an Regeln zu halten, erklärt Coyne. Sie reagierten uneinsichtig und mitunter selbstzerstörerisch auf den Druck, der auf sie ausgeübt wird.
Aufgrund seiner Untersuchungsergebnisse rät Coyne Kardiologen, neben der Behandlung der Herzerkrankung auch den Lebensumständen ihrer Patienten mehr Beachtung zu schenken. Seine Studie reiht sich ein in eine Reihe von Forschungsergebnissen, bei denen das soziale Umfeld mit dem Verlauf von Herzkrankheiten oder der Lebenserwartung von Herzpatienten generell in Verbindung gebracht werden konnten.
Marion Herzog





