Text: Stephanie Eichler
Wie wär’s mit marinierter Feuerqualle, Lungenqualle im Teigmantel oder Spiegeleiqualle an weißen Rüben, Karotten und Gurken? Diese Gerichte haben italienische Küchenchefs im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts „GoJelly“ entwickelt, Teilnehmende des Projekts haben sie verkostet. Ein Ziel des ungewöhnlichen Menüs: den Appetit auf die durchsichtigen Meereswesen zu wecken. „Denn zurzeit erzeugt der Gedanke an den Verzehr von Quallen bei uns Europäern wohl eher Ekel“, sagt Jamileh Javidpour, Meeresbiologin an der Syddansk Universität in Dänemark und Leiterin des länderübergreifenden Projekts. In ihrem Labor in Odense hält die Wissenschaftlerin Polypen in Bechergläsern. Wenn sie die Temperatur oder den Salzgehalt an ein ideales Niveau anpasst und gewährleistet, dass das Wasser zirkuliert, bilden sich daraus im Laufe eines Monats ausgewachsene Quallen – ihr Forschungsobjekt. „Um die Akzeptanz von Quallen als Nahrungsmittel zu fördern, sollten wir sie zunächst als eine Zutat für etablierte Produkte gebrauchen, wie zum Beispiel für Sushi oder Mousse“, rät Javidpour und stützt sich dabei auf Konsumentenbefragungen im Rahmen des Forschungsprojekts.





