Der Naturfoto-Wettbewerb “Glanzlichter 2016” wird seit 1999 jährlich ausgeschrieben und vergibt in acht verschiedenen Kategorien Geld- und Sachpreise im Wert von etwa knapp 30.000 Euro. Teilgenommen haben in diesem Jahr 21.654 Bilder aus 38 Ländern – keine einfache Aufgabe für die drei Juroren Viola Brandt, Andreas Klotz und Mara Fuhrmann vom Projekt “natur und fotografie.”
Alle 90 ausgewählten Siegerbilder sind seit dem 4. Oktober 2016 im zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn zu sehen – noch bis zum 8. Januar 2017. “Teils bizarre, teils schöne Bilder, die teilweise schon an Werke der bildenden Kunst erinnern, sollen insbesondere bei unseren jüngeren Besuchern den Wunsch wecken, die Natur zu schützen”, begründete Wolfgang Wägele vom Museum Koenig die Ausstellungsidee.
Dramatische Wolken
Den Preis für den Gesamtgewinn bekam das Foto “Dramaturgie des Himmels -Wolkenhimmel über West-Island” von Thomas Kolenbrander aus Deutschland. Er sah auf der Fahrt zum Nationalpark þingvellir im Westen Islands diesen außergewöhnlichen Wolkenhimmel. Leider war zunächst weit und breit kein passendes Motiv zu sehen, mit dem er den Himmel hätte kombinieren können. Nach einigen Kilometern Fahrt tauchte dann eine Hügelkette auf – endlich war eine gute Komposition möglich.
Wohlwissend, dass solche Wolkenkonstellationen nicht ewig andauern, rannte Kolenbrander über das Gelände auf einen Zaun zu, weil er diesen nicht in das Bild einbeziehen wollte. Am Zaun angekommen konnte er noch einige schöne Aufnahmen machen, bevor der Zauberhimmel wieder verflogen war. Das Siegerbild wurde von der Jury einstimmig gewählt. Es ist in 18 Jahren „Glanzlichter”-Wettbewerb erstmals ein Landschaftsfoto. Und es ist erstmalig ein Schwarz-Weiß-Bild.

Dieses Foto wurde der Gesamtsieger: “Dramaturgie des Himmels -Wolkenhimmel über West-Island” (Foto: Thomas Kolenbrander)
Kampf zwischen Häher und Specht
Den Sonderpreis “Fritz Pölking-Award” bekam ein tierisches Motiv: Heinz Buls aus Deutschland gelang ein Schnappschuss, der einen Streit zwischen zwei Vögeln einfängt: “Großangriff Buntspecht und Eichelhäher”. Der Fotograf hatte im Winter 2013 aus seinem Tarnversteck heraus einen Buntspecht beobachtet, der an einer morschen, abgebrochenen Birke herumhämmerte. Ein Eichelhäher, der diesen Stamm schon länger als Ansitz in Anspruch nahm, war über diesen Eindringling empört.
Nach mehreren Drohkrächzern flog der Häher den ersten Scheinangriff gegen den Specht, der aber zunächst völlig unbeeindruckt blieb. Der Eichelhäher ließ daraufhin weitere Angriffe folgen. Doch trotz des deutlichen Größenunterschiedes ließ sich der Buntspecht nicht beirren, er hielt zur Verteidigung seinen kräftigen Schnabel dem Angreifer wie eine Speerspitze entgegen. Buls gelang es während dieses gefiederten Konflikts, diese einzigartige Aufnahme zu schießen. Wenig später gab der Eichelhäher entnervt auf.




