Die amerikanische Tochter des Hoechst-Konzerns will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: ihr Abfallproblem lösen und ihre Rohstoffbasis erweitern. Bis zu 24000 Jahrestonnen an Produktionsrückständen – darunter Chlorkohlenwasserstoffe und Klärschlamm – sollen sich künftig in der 37 Millionen Mark teuren “HycoCEP”-Anlage in Synthesegas, Chlorwasserstoffgas und nutzbare Feststoffe verwandeln.
In einem Industriegebiet am Stadtrand von Fall River, Massachusetts, wurden die ersten großen Reaktoren dieser Art errichtet: im Forschungs- und Entwicklungszentrum der “Molten Metal Technology”. 1989 durch eine Handvoll Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology und der Harvard University gegründet, ist das in Waltham bei Boston firmierende Unternehmen rasch aus den Kinderschuhen herausgewachsen.
Das Funktionsprinzip ist auch dieser Anlage nicht anzusehen. Einen Hinweis gibt immerhin der Firmenname Molten Metal Technology (MMT) – er ist sozusagen Programm. Denn den müllverdauenden Reaktoren ist ein Merkmal gemeinsam: ein Herz aus weißglühendem, geschmolzenem Metall.
Ob fester, flüssiger oder gasförmiger Abfall: Das höllisch heiße Bad zerlegt die zugeführte Materie – egal, ob sie kristallin oder aus organischen Molekülen aufgebaut ist. Rohstoffe aus Sondermüll: Mit CEP ist den bislang gängigen Entsorgungsverfahren – Verbrennung, Vergasung und letztlich Deponierung der Rückstände – ein Konkurrent erwachsen.





