Die australischen Forscher studierten nun das Fressverhalten der Todesotter und entdeckten dabei, wie die Schlange den Schutzmechanismus einiger Froscharten austrickst: Während die Todesotter ungiftige Frösche direkt nach dem Töten verschlingt, wartet sie beim Marbled Frog (Limnodynastes convexiusculus) zehn Minuten, bevor sie ihn verspeist. Diese Froschart sondert eine klebrige Substanz ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Die Substanz verliert jedoch nach dem Tod des Tieres innerhalb von zehn Minuten ihre Klebrigkeit, wie weiterführende Studien zeigten.
Bei dem Dahl’s Aquatic Frog (Litoria dahlii), einem für Schlangen giftigen australischen Laubfrosch, zeigt die Todesotter noch mehr Geduld: Erst vierzig Minuten nach dem Töten macht sie sich über ihre Beute her ? ein Zeitraum, der ausreicht, damit das Gift an Schädlichkeit verliert.
Indem die Schlangen darauf warten, dass die Verteidigung der Frösche unschädlich wird, haben sie eine unschlagbare Strategie entwickelt, erläutert Shine. Ob nun die Frösche diesen Evolutionswettstreit fortsetzen können und einen neuen Abwehrmechanismus ausbilden, lässt sich jedoch nicht vorhersagen.





