Andere Stoffe aus dem Cocktail von Zersetzungsprodukten der so genannten fluorierten Polymere reichern sich im Gewebe von Tieren an, zerstören die Ozonschicht und verstärken den Treibhauseffekt. Fluorierte Polymere sind Kunststoffe wie Teflon, die in Öfen, als Zusätze zu Motorölen oder in Wärmetauschern eingesetzt werden “Wir benutzen Verbindungen, die tausende von Jahren in der Umwelt bestehen werden und deren Auswirkungen wir nicht genau kennen”, warnt Mabury.
Beim Erhitzen von Teflon und verwandten Stoffen entstehen langlebige Verbindungen, die im Verdacht stehen, eine ganze Reihe schädlicher Auswirkungen auf die Umwelt zu haben. Wie Forscher um Scott Mabury von der University of Toronto in Kanada im Wissenschaftsjournal Nature berichten, wirkt beispielsweise das Zerfallsprodukt Trifluoressigsäure, dessen Konzentration im Regenwasser städtischer Gebiete immer weiter ansteigt, leicht giftig auf Pflanzen.
Die Forscher erhitzten ein Stückchen fluoriertes Polymer in einem geschlossenen Rohr auf 500 und 360 Grad Celsius und analysierten dann die Abluft auf potenziell umweltschädliche Stoffe. Während fluorierte Polymere in Müllverbrennungsanlagen praktisch vollständig zersetzt werden, entdeckten die Forscher, dass beim Erhitzen auf niedrigere Temperaturen zahlreiche fluorierte Kohlenwasserstoffe freigesetzt werden. Einige dieser Gase reagieren in der Atmosphäre mit dem Stoff Hydroxyl zu Trifluoressigsäure (TFA). Für TFA gibt es keinen bekannten Abbaumechanismus, so dass sich die Verbindung im Regenwasser anreichert. Bislang galt der Abbau der Ozonkiller FCKW als Hauptquelle für TFA, doch die Untersuchung von Mabury und Kollegen zeigt, dass auch andere Fluor-Verbindungen diesen Stoff erzeugen können.
Ute Kehse





