Jahr für Jahr verschwinden weltweit Hunderttausende Esel – gestohlen oder verkauft, grausam geschlachtet für einen Markt, der Millionen ihrer Häute für die Traditionelle Chinesische Medizin verlangt. Besonders in Afrika bleiben zerstörte Gemeinschaften zurück.
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Text: Roman Goergen
Es ist Viehmarkt in Bisil, im Südwesten Kenias, etwa 60 Kilometer von der Grenze zu Tansania entfernt. Wie immer liegt der Geruch von Staub, Dung und warmer Haut in der Luft. Eigentlich sollte hier mit Kühen, Ziegen und Schafen gehandelt werden, doch stattdessen dominieren Hunderte von Eseln den Verkaufsplatz – „darunter Fohlen und trächtige Stuten“, wie Wiebke Plasse von der Welttierschutzgesellschaft (WTG) später berichtet.
Plasse ist zum Zeitpunkt des Marktes auf einer Recherchereise, bei der es um die Lage der Esel in Afrika geht. Schon bei der Fahrt zum lbissil Animals Market waren der Tierschützerin und ihren kenianischen Informanten auf der Landstraße riesige Eselsherden begegnet. Warum nur Esel, und dann noch so viele? Die Tierschützer erfahren: Alle diese Esel sind für einen einzigen Käufer reserviert, der aber nicht vor Ort ist. Sie werden auf dem Markt gesammelt und dann, ganz gleich, wie viele es sind, einem Mittelsmann übergeben. „Wir gehen davon aus, dass alle zur Schlachtung vorgesehen waren“, berichtet Plasse. Manche dieser Esel wurden legal gekauft, viele aber auch gestohlen – „es ist gemischt“, weiß Plasse. Ihr Schicksal ist aber immer dasselbe: Sie werden irgendwo illegal geschlachtet. Das geschieht oft grausam und unter unhygienischen Bedingungen, ihre Häute werden mit Messern abgetrennt und für den Export vorbereitet.
Plasse begegnet auf dem Markt einem vielleicht zehn Jahre alten Jungen, der ihr erzählt, dass sein Vater gerade den einzigen Esel der Familie verkauft habe, um die Schulgebühren für ihn bezahlen zu können – ein typischer Fall, der den Eselschwund in der Region dokumentiert. Die Hoffnung, dass der Mann irgendwann genug Geld für einen neuen Esel haben wird, ist gering.
„Der Handel mit Eselshäuten treibt die Preise in Kenia und ganz Afrika in die Höhe. Für viele Familien ist es dadurch kaum noch möglich, ein Tier zu ersetzen“, berichtet Solomon Onyango Der Landesdirektor für Kenia von der internationalen Tierwohlorganisation The Donkey Sanctuary rechnet vor, dass zwischen 2016 und 2019 etwa die Hälfte aller Esel des Landes verschwunden ist, ihre Gesamtzahl sank von rund 1,8 Millionen auf weniger als eine Million. Der Preis für einen Esel hat sich dabei mehr als verdoppelt, von umgerechnet 45 Euro auf jetzt 105 Euro, wobei das monatliche Durchschnittseinkommen eines Kenianers bei rund 50 Euro liegt.
„Die Folge ist ein langfristiger Verlust der Lebensgrundlage“, betont Onyango, denn für viele Gemeinschaften ist der Esel mehr als ein Nutztier: Er ist das stille Rückgrat ihres Alltags, trägt vor allem sauberes Wasser und Feuerholz, bringt Kinder zur Schule, werdende Mütter zur Klinik, Produkte zum Markt. Ein einziger Esel kann einer Frau fünf Stunden harter körperlicher Arbeit pro Woche ersparen, einem Kind sogar das Doppelte. In den ärmsten Regionen Afrikas sichern diese Tiere nach Angaben verschiedener NGOs die Existenz von rund 158 Millionen Menschen – eine Partnerschaft, die vor rund 5.000 Jahren begann, als die ersten Exemplare des Equus asinus in Afrika domestiziert wurden. Viele der heutigen Esel in Ostafrika stammen direkt aus dieser Ahnenlinie, doch nun endet diese oft mit einer Eselshaut, in einem Schiffscontainer unterwegs nach China.
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Dort wartet ein Milliardenmarkt: Die Häute werden zu Ejiao verarbeitet, einer Gelatine, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Mittel gegen Blutarmut, Schlaflosigkeit und Alterung gilt. Ihr Ruf als wundersames Elixier reicht bis in die Kaiserzeit zurück und ist bis heute ungebrochen – dabei ist die Wirksamkeit medizinisch kaum belegt. Ejiao wird aus Kollagen gewonnen, das durch langes Auskochen aus den Eselshäuten extrahiert wird. Die Faserdichte der Eselshaut gilt als optimal: weich, elastisch, aber strukturell stabil – Eigenschaften, die in der chinesischen Medizin als energetisch wertvoll gelten. Laut Lauren Johnston, China-Afrika-Expertin und Sinologin an der University of Sydney in Australien, ist genau diese Spezifizität der Grund, warum Esel nicht ohne Weiteres durch eine andere Tierart ersetzt werden können: „Die Ejiao-Industrie ist blind für die Lage in Afrika. Sie will einfach nur Esel.“
Der wirtschaftliche Anreiz dazu ist gewaltig: Der Marktwert für Ejiao-Produkte stieg in China von umgerechnet 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 7,8 Milliarden im Jahr 2020. Treiber des Booms sind eine alternde Gesellschaft, wachsender Wohlstand – und die erfolgreiche Umdeutung des Produkts von einer traditionellen Arznei zum Lifestyle-Erzeugnis: Schönheitsmittel oder Nahrungsergänzung, gerne auch als Geschenk. „In einer populären chinesischen Fernsehserie konsumierten die Konkubinen des Kaisers täglich Ejiao, um schön und fruchtbar zu bleiben. Es wurde zum Produkt elitärer Weiblichkeit. Ironischerweise zerstört das heute das Leben vieler afrikanischer Frauen“, sagt Johnston.
Auch die mögliche Kostenerstattung durch Krankenkassen hat dazu beigetragen, dass das Produkt zu einem gesellschaftlich breit anerkannten Mittel im Gesundheits- und Wellnessbereich wurde. Johnston warnt: „Was früher ein seltenes Luxusprodukt war, ist heute ein Massenmarkt geworden – mit gewaltigem Druck auf die globalen Bestände.“ Nach Angaben des Donkey Sanctuary und der University of Reading in Großbritannien lag der hochgerechnete Bedarf der Industrie 2021 bei rund 5,9 Millionen Eselhäuten pro Jahr – mit einem prognostizierten Anstieg auf 6,8 Millionen bis 2027. Gleichzeitig ist Chinas eigener Eselbestand seit den 1990er Jahren kollabiert, auch wegen dieser Nachfrage: von elf Millionen auf knapp 1,5 Millionen Tiere heute. Der Markt musste global werden – und vor allem Afrika wurde zum Lieferanten.
Kein Artenschutz für Esel
Dabei ist wichtig zu wissen: Der Esel ist kein Wildtier, sondern ein domestiziertes Nutztier – und der Handel mit seinen Produkten fällt nicht unter die internationalen Schutzmechanismen des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Während der Handel mit Produkten für chinesische Medizin zum Beispiel von Tigern, Schuppentieren oder Nashörnern streng reguliert oder verboten ist, gilt das nicht für Eselshäute. In vielen Ländern fehlt eine rechtliche Grundlage, Lieferungen zu stoppen – oder Transporte werden unter generischen Kategorien wie „Tierhaut“ abgewickelt und sind damit schwer zu verfolgen. Das bestätigt auch Janneke Merkx, Kampagnenleiterin bei The Donkey Sanctuary: „Diese Eselshäute befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Sie haben keinen eigenen Zollcode.“ Somit handele es sich um eine Ware, die viel Geld einbringt und dennoch gerade in Afrika relativ einfach und mit wenig Risiko zu beschaffen sei.
Esel vermehren sich nur langsam
Ein Schiffscontainer voller Häute reicht für mehrere Tonnen Gelatine. Doch das eigentliche Problem beginnt dort, wo industrielle Nachfrage auf biologische Realität trifft. Denn der Esel vermehrt sich langsam – und lässt sich nicht so einfach züchten wie Hühner oder Schweine. Genau hier beginnt die Mathematik der Ausrottung.
Die Agrarökonomin Simone Pfuderer von der University of Reading hat den Eselshauthandel systematisch durchgerechnet und analysiert, wie realistisch es wäre, die wachsende Nachfrage der Ejiao-Industrie über kontrollierte Zuchtbetriebe für Esel zu decken.
„Wir haben Szenarien modelliert, in denen sich das System auf einen Bedarf von fünf Millionen Häute pro Jahr hocharbeitet“, erklärt Pfuderer. Selbst im Idealfall würde ein solcher Produktionszyklus eine stabile Zuchtpopulation von rund 15 Millionen Eseln erfordern, darunter mindestens fünf Millionen Zuchtstuten. Dazu würden wenigstens 14 Jahre Aufbauzeit benötigt – „vorausgesetzt, alles läuft optimal“, so Pfuderer. Doch nichts deutet darauf hin, dass dieser Aufbau gelingt. Schon gar nicht in China allein. Im Gegenteil: Laut Pfuderer ist Chinas Eselbestand seit 2018 um eine weitere Million Tiere geschrumpft. Eine Eselstute wird frühestens mit drei Jahren trächtig, trägt bis zu 14 Monate lang aus – und bringt meist nur ein einziges Fohlen zur Welt. Zum Vergleich: Eine Sau wirft bis zu 20 Ferkel im Jahr. Das macht auch geplante Eselsfarmen und Schlachthäuser in Ländern wie Pakistan, die sich einen Profit angesichts der Ejiao-Nachfrage versprechen, zu riskanten Unternehmen.
In der Zwischenzeit bleibt Afrika Hauptlieferant, wo immer noch etwa zwei Drittel der weltweit rund 50 Millionen Esel leben. Doch die Mathematik zwischen Angebot und Nachfrage geht auch dabei nicht auf. In Südafrika gingen die Zahlen seit 1996 um 30 Prozent zurück, in Ghana gaben für eine Studie befragte Frauen an, sie befürchten , dass es in weniger als fünf Jahren keine Esel mehr im Land geben könnte, und der Kenianer Solomon Onyango warnt: „Wenn die Ausbeutung der Esel hier in Kenia in diesem Tempo weitergeht, könnten sie zwischen 2027 und 2030 vom Aussterben bedroht sein – so wie Nashörner oder Elefanten.“
Die Auswirkungen eines solchen Verlustes würden auf dem ganzen Kontinent spürbar sein – auch in Westafrika. Die britische Sozialwissenschaftlerin Heather Maggs zeigt in einer Studie, wie zentral die Rolle des Esels in den Lebensrealitäten im ländlichen Ghana ist. „Arme Menschen besitzen Esel, um durch sie überleben zu können. Wer aber überhaupt keinen Esel hat, gehört zur allerärmsten Gruppe“, erläutert Maggs. Besonders Frauen und Kinder werden in einem Haushalt ohne Esel körperlich und zeitlich in ihrem Alltag stark belastet. Eine Frau ist dann gezwungen, Lasten wie Wasser oder Brennholz selbst zu tragen – laut einer Studie bis zu zwei Kopflasten von jeweils 30 Kilogramm über durchschnittlich fünf Kilometer täglich. Mädchen müssen oft helfen und ebenfalls schwere Wasser- und Brennholzlasten tragen. Sie sind dadurch stärker von Rücken- und Nackenschäden betroffen als andere, wie Maggs berichtet. Weil die Kinder dieser armen Familien mehr Zeit für körperlich anstrengende Arbeiten aufwenden müssen, bleibt ihnen weniger Zeit für Schule und Lernen.
Auch in Ghana verschwinden viele Esel wegen der hohen Nachfrage aus China über Nacht. „Mehr als die Hälfte aller Eselbesitzer und auch Menschen ohne Esel erzählten mir, in den letzten drei Jahren persönlich Viehdiebstahl erlebt zu haben“, berichtet Maggs.
Entscheidung der Afrikanischen Union
Die Staats-und Regierungschefs Afrikas haben die tickende soziale Zeitbombe in ihren ländlichen Regionen inzwischen erkannt. Mit einer Erklärung vom Februar 2024 hat die Afrikanische Union (AU) klar Stellung bezogen: Für 15 Jahre soll die Schlachtung von Eseln zum Zweck des Hautexports auf dem gesamten Kontinent verboten werden. Außerdem kündigte die AU an, einen kontinentalen Schutzrahmen für Arbeitsesel zu entwickeln. „Das ist ein starkes Symbol – die AU sagt gegenüber einem mächtigen Partner wie China: Hier ist Schluss“, kommentiert Wiebke Plasse. In Peking hatte man damit nicht gerechnet. Allerdings sieht die Sinologin Johnston China sowieso in dem Dilemma, dass die Gier nach Ejiao im Widerspruch zu den entwicklungspolitischen Zielen steht, die das Land in Afrika gleichzeitig verfolgt: „Wenn Chinas Nachfrage dieses Tier aus der Gleichung reißt, schadet das der Armutsbekämpfung – einem Ziel, das China in Afrika eigentlich fördern will.“ Bisher konnte China diesen Konflikt nicht lösen, nun hat aber die AU von ihrer Seite Position bezogen.
Doch ist der Bann auch umsetzbar? Janneke Merkx hält das grundsätzlich für möglich, sieht aber noch erhebliche Herausforderungen: „Viele Länder haben bislang keine eigenen Gesetze erlassen, und für die Durchsetzung braucht es Personal, Kontrolle und politische Unterstützung. Veränderung im großen Maßstab geschieht nicht über Nacht.“ Die beteiligten Tierschutzorganisationen warnen zudem, dass der Bann auf afrikanischer Seite nur ein erster Schritt sein könne. Kriminelle Strukturen passen sich rasch an bestehende Verbote an und nutzen gesetzliche Schlupflöcher – effektive Strafverfolgung müsse ihnen immer einen Schritt voraus sein.
Diese Warnung ist keineswegs nur Theorie. Denn mit der Ankündigung des AU-Banns reagierten kriminelle Netzwerke sofort. Eselsdiebstähle nahmen zu, die Handelsaktivität mit Häuten erhöhte sich spürbar, eine gewisse Torschlusspanik griff um sich und mündete in Bestrebungen, vor Inkrafttreten nationaler Verbotsgesetze noch schnell so viel Profit wie möglich zu machen.
Bis heute wächst der Druck, die kriminellen Strukturen werden ausgefeilter – und gefährlicher. Ohne spezifische Zollcodes dienen Eselshäute schon länger als ideale Tarnung für riskantere Schmuggelware, erläutert der Ökonom Ewan Macdonald von der University of Oxford, der diese Verbindung mit seinen Kollegen in einer Studie belegt hat. „Wer online Eselshäute kauft, stößt fast zwangsläufig auf illegale Produkte, die direkt daneben angeboten werden – wie Schuppentiere oder Elfenbein.“ Fast ein Fünftel der untersuchten Onlinehändler für Eselshaut hatte laut Studie auch andere Wildtierprodukte in der Angebotspalette, oft auch gefährdete Arten, die durch CITES geschützt sind. Esels- und Wildtierprodukte stammen in Afrika demnach von denselben Quellen und werden über dieselben Transportwege geleitet. Händler bündeln sie frühzeitig in der Lieferkette, etwa bereits bei der Schlachtung. Auf Behördenseite wird dies bisher nicht beachtet: „Mir ist keine formale Zusammenarbeit zwischen Behörden für Wildtierkriminalität und jenen bekannt, die den Handel mit Nutztieren oder Tierhäuten überwachen. Unsere Studie zeigt jedoch, dass eine engere Kooperation zwischen diesen Bereichen äußerst hilfreich sein könnte“, sagt Macdonald.
Gefahr von Zoonosen
Die improvisierten Schlachtplätze und informellen Handelswege sind nicht nur ein Einfallstor für den illegalen Wildtierhandel – sie bergen auch erhebliche gesundheitliche Risiken. Wo verschiedene Tierarten ohne tierärztliche Kontrolle geschlachtet und transportiert werden, wachsen die Risiken für die Entstehung neuer Seuchen – sowohl unter Tieren als auch beim Menschen. Der nigerianische Tierarzt und Regionalvertreter der Commonwealth Veterinary Association, Ibrahim Ado Shehu, verweist darauf, dass 75 Prozent aller Infektionskrankheiten von Tieren auf den Menschen übertragen werden, sogenannte Zoonosen. „Dabei stammen die Erreger nicht ausschließlich von Wildtieren – auch Haustiere und Nutztiere können Überträger sein. Der gesamte globale Prozess von Tierproduktion, Transport, Schlachtung und Nutzung tierischer Produkte ist eine tickende Zeitbombe“, warnt Shehu. Zu den bekannten Beispielen zählen Milzbrand, MERS, SARS, Ebola, Tollwut und zuletzt COVID-19. „Wenn wir zukünftige Pandemien vermeiden wollen, müssen wir überdenken, wie wir mit Tieren umgehen und wie wir sie nutzen“, so Shehu. Gerade der Eselshauthandel müsse dabei dringend unter die Lupe genommen werden.
Die Übriggebliebenen tragen die ganze Last
Von internationalem Handel, Wildtierkriminalität oder Zoonosen hören die in Afrika mit den Eseln lebenden Menschen nur wenig. Was sie stattdessen erleben, ist der konkrete Mangel – und die stille Überlastung der wenigen Tiere, die ihnen geblieben sind. Wiebke Plasse erzählt nach ihrer Recherchereise von „schmerzhaften Eindrücken“ und einer abschließenden Begegnung mit einem Esel namens Kamba: „Kamba ist alt und gebrechlich, körperlich schon von vielen Jahren der Lasten gezeichnet – zudem ist er blind, läuft nur langsam und lahmt.“ Er gehört zu den letzten Eseln in den Vororten von Nairobi, die noch den Zugang zu Wasser sichern – Tag für Tag schleppt er Kanister über staubige Pfade, oft für Menschen, die er gar nicht kennt. Denn Kamba wird mittlerweile vermietet. „Diese letzten Miet-Tiere arbeiten ohne Pause, in Schichten, Tag für Tag“, berichtet Plasse. Je weniger Esel es gibt, desto größer ist die Last für die, die noch übrig sind.
Was aber tun? Die Afrikanische Union hat ein deutliches Signal gesetzt. Doch die Verantwortung liegt auch bei den Nachfragern. Tierschützer fordern von der Ejiao-Industrie, stärker in humanere Alternativen zu investieren. Die Forschung lässt dahingehend hoffen: „Im Bereich der zellbasierten Landwirtschaft ist es heute bereits möglich, Kollagen im Labor zu produzieren – sauber, nachhaltig, tierschonend“, sagt Janneke Merkx.
Doch solche Lösungen sind noch nicht annähernd implementiert und Afrikas Menschen läuft die Zeit davon, denn die Auslöschung ihrer Esel droht. Auch der altersschwache Kamba wird nicht ewig Wasser, Lebensmittel und Menschen schleppen können. Wenn er einmal nicht mehr ist, werden seine Besitzer ihn noch durch einen neuen Esel ersetzen können? Oder zählen Kamba und seine Generation sogar schon zu den letzten Eseln Kenias, vielleicht ganz Afrikas?
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